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#13 Milch aus der Wüste

25m 46s

#13 Milch aus der Wüste

Der Podcast "Kettenreaktion" untersucht die globalen Auswirkungen der Milchproduktion. Ausgehend vom persönlichen Milchkonsum wird die Reise zu einer der größten Milchfarmen der Welt in der saudischen Wüste geschildert. Dort leben zehntausende Hochleistungskühe unter künstlichen Bedingungen. Die Farm veranschaulicht die Absurdität und die ökologischen Kosten des Systems: enormer Wasser- und Futterverbrauch in einer wasserlosen Region, lange Transportwege und massive Treibhausgasemissionen. Die Zucht auf maximale Milchleistung geht oft zu Lasten der Tiergesundheit. Das Beispiel steht für ein globalisiertes, industrialisiertes Ernährungssystem, das zwar Milliarden Menschen ernährt, aber gleichzeitig als einer der Haupttreiber für Klimawandel, Wasserverbrauch, Entwaldung und Artensterben identifiziert wird. Lösungen werden im bewussteren Konsum (z.B. pflanzliche Alternativen wie Hafermilch) und in innovativen Technologien (regenerative Landwirtschaft, Präzisionsfarming) gesehen. Doch diese Ansätze allein reichen nicht aus; notwendig sind auch politische Korrekturen, wie die Abschaffung umweltschädlicher Subventionen, um eine wirklich nachhaltige Nahrungsmittelproduktion zu erreichen.

Transcription

4109 Words, 26022 Characters

German
Preiswerte Milch ist schuld daran, dass auf der Erde das Wasser knapp wird. Echt jetzt? Die Kettenwerktion. So kann mein Tag anfangen. Milch, Kaffee, Lecker, Müsli, Mithyogort drin. I love it. Und Millionen andere Deutsche auch. Die lieben das auch, so zu frühstücken. Runde 200 Milliarden Liter kumig. Trinkt die Menschheit pro Jahr. Wir Deutschen allein 4 Milliarden. Mein Gott, 4 Milliarden Liter Milch. Und wenn man den Verpackung glaubt, dann kommen diese viele Milliarden Liter. Ja, alle von glücklichen Kühen, die auf saftigen Almwiesen leben, direkt aus unserer Region. Die Almwiesen scheinen oft mal viel größer zu sein als ich bisher dachte. Aber, hey, ihr wisst es ja sowieso schon längst, was auf der Verpackung abgebildet ist. Das ist oft Verarsche. Also gucken wir mal genauer hin, wo die Milch herkommt. Und was das mit der Welt, dem Wasser und uns so macht. Was macht die Milch mit dir Sabine? Also ich würde sagen, so ein Latte-Makjato oder ein Berkässe, würde ich sagen. Milch macht mich glücklich. Und wir wollen natürlich alle, dass Sabine glücklich ist. Mein Name ist der Steffens- und ihr hört die Kettenreaktion. Der Geowissenschaftspot-Cast, der auseinanderfremelt, wie und warum in der Welt der Wissenschaft das eine zum anderen führt. Warum in der Natur tatsächlich alles mit allem zusammenhängt, eine Kettenreaktion habt. Manchmal sind die Zusammenhänge offensichtlich, manchmal aber auch nicht. Und dann weiß man gar nicht so genau, warum das einigert schuld am anderen ist und ob das überhaupt zu ist. Also, das ist dann irgendwie warum so, wie meine schlaue Frau sagen würde, die hier neben mir sitzt und den wissenschaftlichen Teil unserer Ehe verkörpert. Und ja, und irgendwie warum ist die Kutung Klimakiller geworden? Obwohl das gar nicht so sein müsste. Jetzt Jetzt im Ernst, die habt sie ab zu Hause, irgendwie warum gesagt, wenn man nicht wusste, woran es liegt. Aber das ist doch logisch, es gibt irgendwo irgendwie ja irgendwas. Und dann müsste es doch auch irgendwie, müssen wir sehr, sehr sinnvolles Wort. Ja, okay, also, irgendwie warum. Aber zurück zum Thema. In dieser Folge geht es ja am was ganz anderes nicht um Lingoistik und wir möchten vorne anfangen, um alles zu verstehen. Und in diesem Fall begehend die Geschichte, vorne mit mir, also mit Minimie, Kleindirk, der ja ein Junge vom Land ist. Ich mag Kühe. Ich bin unter Kühen aufgewachsen. In einem Dorf namens Aslamur. Ein 200 Bauernseelen Dorf in der norddeutschen Tief eben. Er übrigens unser Hausstand drei Meter unter dem Ehrenspiel. Der Anblick schwarz-weißen Fleckfies. Der Geruch von Mist, das rhythmische Pumpen dieser Melkanlagen. Das Traktor knattern, diese geruchene Nase und Gummistiefel an den Füßen. Das fühlt sich für mich nach Kindheit an. Also erst mal gut. Als Butcher, so sagt man bei uns in Norddeutschland. Als kleiner Junge hab ich gelernt, wie man äuter abwischt, wie man mit der Hand anmelkt, wie man den Melkautomaten aufsetzt. Was du so "pff" da musst ja gut und fest sitzen. Und wie man ruhig bleibt, wenn die Kuh mit dem kurferschmierten Schwanz stelle ich das Gesicht durchpalt. Sie haben dann schön Power im Schwanz. Das glaubt man nicht. So war das, da komm ich her. Und deshalb mag ich Kühe. Aber wenn ich heute mit Klimaforschen in Rede, dann heißt es immer, "Ja Puh, das Rindfleisch, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, und die Milch, na ja, auch nicht gut. Und diese Massentierhaltung ach nee und die Futterpflanzen und so weiter und so weiter." Und am Strich, diese Rinder, die sind so irre Klimaschädlich mit ihren Mithanröpzen und Forzen und die brauchen so viel Wasser, das ist fürs Klima gar nicht gut. Tja, unterfrage ich mich, manchmal. Was ist denn da jetzt los? Ist Milch trinken das neue Rauchung oder was? Um das zu beantworten, sind Sabine und ich dahin gefahren, wo es keine Almen gibt, überhaupt keine Wiesen, auch keinen einzigen Fluss. Nichts wird nicht gar nichts, was eine Kuh glücklich machen könnte. Wir sind los nach Saudi Arabien. Und mitten in der saudischen Wüste. Na der Rupa-Kali, das ist die größte Sandwüste der Welt. Also viel lebensfeindlicher Orte gibt's gar nicht auf diesen Planeten. Also da, da lebt jetzt wirklich mal nichts, so gut wie niemand, weil es eben so Bullenheiß und Staub trocken ist. Also, jedenfalls steht an diesem unglaublichen Ort was? Ein Kuhstall. Und jetzt haltet euch fest die Leute in diesem Kuhstall, an dem unmöglichsten Ort der Erde, stehen 50.000 Milchkühlen. 50.000 auf einem einzigen Hof auf der Al-Safi-Farm. Das ist tatsächlich eine der größten Milchverbrücken der Welt. Die stand sogar schon mal im Guinness Book of Records. Und jetzt noch mal zum Eingriffieren. 50.000 schwarz-weiße Holsteinermilchkühe in einem der trockensten Länder der Welt, wo es keine einzige Visig gibt. Als wir die Reise dahin geplant haben, was ist zu dir dabei gedacht, Sabine? Die Spinnen, die Saudis, hab ich mir wahrscheinlich erst mal gedacht. Aber es ist ja wie überall, wenn man genauer hinkuckt, ist die Sache natürlich nicht so einfach. Ja, das ist unser Leben als Wissenschaftlionalisten einfach, sind Sachen eigentlich nie, wenn man genauer hinschaut. Wir sind also hin zu diesem hypermega-stall und haben den Stall Manager getroffen. Der heißt Abdul-Rachmann, "At Mutlack". So good to see you. Hello, thank you. So, and here we are. So many thoughts. I'm gonna talk about the largest integrated milk farm on planet Earth. Of course I have to ask, how many cows do you have? How any animals live here? A total head, it is around 46.000 to 55.000 according to the season. Abdul-Rachmann bestetigt, also die Zahl, die wir dann zuhause recherchiert hatten, manchmal sagt er sein sogar noch mehr Kühl da. Puh, Tör, aber wie gesagt, ich mag Kühl und freue mich immer, wenn ich auf meinen Reisen um die Welt, welches sehe. Auf der Al-Sarfi-Farm habe ich dann auch eine mit der Ohrennummer 1,6244 kennen gelernt. Namen gibt den Tieren dann natürlich niemand, es sind viel zu viele. Die kriegen einfach Kennnummern und tauchen nur als Zahlen und Daten in die Bilanzen auf. Also nicht mehr als Geschöpfe, als Wesen, den man vielleicht mit ein bisschen Liebe oder so begegnet kann. 1,6244 hat jedenfalls genau wie die 49.999 anderen durch ein absurdes Missverständnis. Globalen Ausmaßes mitten in der sautischen Wüste ihr erstes Mughamacht und nicht auf einer saftigen Wiese entschläßlich Holstein. Und da fragt sich natürlich jedes vernünftigeren Vieh, wie konnte denn das passieren? Jeder vernünftige Mensch fragt sich das natürlich auch. Ja, irgendwann rum halt. Weil mit modernster Agrartechnik erscheinbar nichts mehr unmöglich ist. Diese Technik, die verwandelt die Wüste in ein Land in dem Milch und Yogurt fließen. Ja, es ist möglich, aber die Frage ist es auch sinnvoll? Der fragt sich das vielleicht mal selbst, würdet ihr in der Ruhbalkali ein Bauernhof gründen? Nö? Na ja, ich auch nicht, so viel steht fest. Aber abtulach Mann findet das schon sinnvoll und er ist auch stolz wie Bolle auf sein Betrieb. Ich meine, zugegeben, das ist beeindruckend. Bis zu einem Kilometer lange Stelle. Fütterung, Melkstation, alles voll digitalisiert. Bis zu 800.000 Liter Milch pro Tag geben die als Safikür. Und die gehen dann direkt in die Pipeline, diese 800.000 Liter und zack rüber in die Danone Fabrik, die nebenan steckt, wo Roboter-Lagen daraus Yogurt, Fitnessdrinks und so was machen. Und die werden dann in der gesamten Golfregion geschlürft. Das ist ein Multimillionen Euro-Bissiness. Jetzt ist Landwirtschaft ja überall auf der Welt inzwischen eine Großindustrie, aber ich muss zugeben, was mich da in der Wüste irgendwie fertig gemacht hat, diese Kühe. Ich meine, das sind Holsteinner Fleckvieh. Schwarz-Weiß, so wie die früher bei mir in Aslamur. Oder vielleicht so dich besser sagen, wie so eine mutierte Albtraumversion von den Kühen meiner Kindheit. Die sehen nämlich ähnlich, aber doch ganz anders aus. Das Holsteinrind aus einer frisischen Heimat hat es zur Milchkurrasse Nummer 1 auf der ganzen Welt gebracht. Ja, das überrascht mich als stolz in Norddeutschen jetzt erst mal gar nicht, aber aufgepasst von Doktor. Sie macht uns jetzt Schlau an Boxing Science. Ja, okay. Also systematisch reden wir hier über das Hausrind Boss Tauros. Wiederkäuja, Hornträger und Nachfahrer des schon ausgestorbenen Aueroxen. Ja, der ist so gut wie weg. Also die Rasse Holstein ist weltweit die wichtigste Milchviehrasse und zwar mit Abstand. 90% der Welt Milchproduktion stammt nur von diesen Kühen. Muss dir mal vorstellen. Ja, überall auf der Welt trinkt man dieselbe Milch. Von einer Rasse. Weder einzelne von diesen Kühen produziert im Durchschnitt rund 10.000 Liter Milch jedes Jahr. Und die Kühe sind sehr groß, haben lange Beine und wenig Muskeln. Schau, wenn ich mal kurz unterbreche, das ist der Unterschied zu meiner Jugend. Die Kühe damals waren viel kleiner, obwohl sie selber rasse war. Und die waren auch dicker, die hier sehen aus, wie so ein bisschen wie solche sagen. So zu groß geratenen Models mit einer Essstörung und zu großen. Euthan. Das ist auch so und in landwirtschaftlichen Fachartikeln beschreibt man das dann zum Beispiel zu. So ein dauerhaft festansitzen des gut melkbares Euter ist voraussetzung für viele Laktationen mit hoher Milchleistung und er übrigens ich als Zwillingsmutter weiß sogar wie sich eine hohe Laktation anfühlt. Die Zucht dieser Holsteinraße hat eine rendite starke Leistungskugeschaffen, die aufgrund ihrer hohen Fruchtbarkeit über viele Laktationszükle nutzbar ist und sich durch hohes Futteraufnahme vermögen mit optimaler Futterverwertung auszeichnet, soll heißen die Energie geht ins Euter und nicht in die Muskeln. Ja auch sprachlich sollten diese Landwirtschaftsantikelschreiber noch mal an sich arbeiten okay. Aber auf einschlägigen Tierschützer Seiten ließ sich das dann eher so, die Primäraufsteigerung der Milchleistung abzielende Zucht fühlte am genetischen Antagonismus zwischen Milchleistung und Futteraufnahme mit der folge chronischer Unteranährung und negativer Energiebilanz. So und jetzt mal auf Sympel Deutsch also in meiner Sprache das was die da gemacht haben mit den Holsteinern aus meiner Kindheit das grenzt an Qualzucht. Weil diese Euter absurd vergrößert sind und Tiere wie meine saudische Freundin 1,6,2,4,4,4 damit kaum noch laufen können auch sonst gerne mal an vielerlei verschiedener Zuchtkrankheiten leiden können. Aber so ist das eben, wir müssen ehrlich sein, wenn es billig sein soll. Die Agrarindustrie will und braucht, wenn man die so betreibt wie das heute ist, genormtes Hochleistungsvieh also idealerweise ist die eine Kuh genauso wie die andere. Und da geht es dann nicht darum die Kühe glücklich zu machen, sondern da soll der Buch halt ja glücklich gemacht werden, der Controller. Tierwohl wird meist erst dann zum Thema wenn es sich auch betriebswirtschaftlich lohnt. Das ist eine wichtige Lektion überhaupt für den Tierschutz, also man muss das irgendwie lohnt macht. Ein Beispiel dafür, wenn sich es lohnt wird es gemacht, gut für die Kühe ist die Kuhkühlung, die Abdul-Rachmanns-Team installierter. Das ist schon feiner Wassernebel, in denen die Rinder mal so richtig chillen können. Ja, gekühlte Kühe geben fast 40 Liter am Tag und ungekühlschaffen die Kühe nicht mal die Hälfte. Ich meine, das ist ja auch kein Wunder. Also 50 Grad außentemperatur oder noch mehr, das geht ja wirklich auf keine Kuh Haut und man muss sagen ansonsten ist das mit dem Tierwohl da gar nicht so schlecht in diesem Stall die Tiere können sich frei bewegen, die können jederzeit raus, okay, ist ein bisschen zu heiß, aber dann drin gibt es die Kühe, Kuhlung, nein die Kuhkühlung und verschiss so was ich sagen will Sabine mit diesem Witz. Die Kuhlung, verschiss so, Kuhl, Kuhlung, Kuhlung, egal. Es ist nicht so bezig. Na gut, dann die Fakten. Um ein Liter Milch herzustellen, benötigt man Hunderte, viele Hundertliter Wasser. Außerdem brauchen 50.000 Kühe jeden Tag ungefähr 1.300 Tonnen Futter. In einem Land, ich erinnere noch mal daran, ohne einen einzigen Fluss. In einem Land in dem kein einziger Grasernfrei rumläuft. Wie kann das funktionieren? Na ja, früher haben die Saudist die Grundwassererserven unter die Wüste angebohrt um dann damit künstlich bewässerte Felder anzulegen. Und das waren ja viele Milliarden Liter, also sehr altes fossiles Wasser da unter dem Sand, aber man hat so viel verbraucht, dass das in einer weniger jazentischen Fass aufgebaut war. Also ist jetzt schon wieder Schluss mit gröner Wüste, die ist wieder Sand gelb. Und das Futter, das muss nun komplett importiert werden. 1.300 Tonnen jeden einzelnen Tag. Futterpflanzen aus über einem dutzend Länder, die über den halben Globus verstreut sind. Ich meine, ich habe es mir jetzt mal erspart, die Klimabilanz der Wüstenmilch genau auszurechnen. Das ist eine einzige Katastrophe. Dafür reicht der gesunde Menschenverstand. Es ist eine Katastrophe, weil die Saudis mit dieser Methode eben auch noch Flächen in anderen Ländern verbrauchen. Und Wasser. Jetzt mal Kettenreaktionsmäßig zusammengefasst. Alle Menschen wollen Milch und Fleisch, dafür wird die Landwirtschaft industrialisiert und globalisiert. Dadurch werden überall die Anbauflächen und das Wasser knapp und außerdem entsteht dabei auch noch ganz, ganz viel Treibausgas. Und das ist natürlich nicht nur in Saudi-Arabien so auf der Al-Safi-Varmsonan, überall auf der Welt. Überall wird Landwirtschaft mehr und mehr zu einer große Industrie. Ich meine, unsere Expedition in die Wüste ist nur ein besonders extremes Beispiel. Und in Sachen Tierwohl ich habe schon erwähnt, sogar eher ein gutes Beispiel. Im Prinzip läuft das alles bei uns ja auch nicht anders. Ich meine, das sind eine Handvoll große Unternehmen, die das Essen der Menschheit kontrollieren. Das sind Unternehmen wie K, Gel, Nestle, Wilmer, Kraft, Teisen und noch ein paar andere. Dieser ganze Nahrungsindustriekomplex, der setzt Milliarden, ach was redig, Milliarden, Billionen pro Jahr um. Und ist weltweit, fällt war ein Drittel aller Treibausgas-Emissionen verantwortlich. Und er kann dann der einzelne Bauer auch überhaupt nichts am System ändern. Die Bauer Rei, die hat es im Gegenteil sogar besonders schwer inzwischen. Überlegt der Masabine, was dadurch Dürren über Flutung, Starkregen, Unwetter, Waldsterben und all diesen anderen Katastrophen an landwirtschaftlichen Werten verloren geht. Also Geld, dass die Bauer nicht mehr verdienen. Und das ist für die wirklich schlimm. Und deshalb finde ich ja mal Bauernbashing ist ganz blöd. Es ist ungerecht. Wir wollen alle Preiswert im Supermarkt gute Lebensmittel einkaufen. Und wenn wir ehrlich sind, müssen wir einfach zugeben, nur mit idyllischen Ökohöfen. Auf den der Umweltschutz wirklich wichtiger ist, als die Wirtschaftlichkeit können wir weder so viel noch so Preiswert produzieren und wir müssten dann also im Supermarkt alle mehr bezahlen. Stimmt. Und deshalb muss man die industriellisierte Landwirtschaft ja auch differenziert betrachten. Immerhin hat sie es geschafft, dass wir innerhalb weniger Jahrzehnte die Nahrungsmittelproduktion der Welt vervielfachen konnten. Jeden Menschen steht heute statistisch gesehen, dreimal so viel Essen zur Verfügung wie noch vor 60 Jahren. Würde das alles gerecht verteilt, müsste es gar kein Hunger auf der Welt geben. Also ohne das moderne Agro Business wäre es nicht mal theoretisch möglich, uns 8 Milliarden Menschen satt zu machen. Und jetzt ist große aber. Das globale Ernährungssystem ist nicht nur, wie du gesagt hast, ein Klimakiller. Es ist auch eine der Hauptursachen für die Abholzung der Wälder und verbraucht bis zu 70 Prozent des weltweiten Süßwassers. 70? Wow. Aber ganz schlimm sind auch die negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Ich habe hier eine Studie der europäischen Umweltagentur aus dem Jahr 2019, die die Landwirtschaft ganz klar als Ursache Nummer 1 für den Rückgang der Arten in Europa benennt. Stichwortet dazu, kennst du, sind immer die gleichen Monokulturen, Pestizide, Bodenverdichtung durch schwere Maschinen, die Bearbeitung begunzt die Errosionen, Gülle und Dünger, aber lass mich mal. Ja, okay, okay, okay, okay, ich verstehe, habe ich verstanden, du kannst aufhören, ist ja eine Horroraufzielung, aber das hilft ja nichts. Wir alle müssen essen, sonst sterben wir. Und es ist doch echt absurd, dass ausgerechnet die Lebensmittelproduktion, deren Sinn es ja ist, uns am Leben zu halten, nun zu einer Bedrohung für unser Leben wird. Also lassen es doch bitte mal bei Lösungen reden. Was geht? Ja, zum Beispiel Konsumverhalten, das ist ein großer Hebel. Klar, ist nicht neu, gecheckt, da geht was, wer sich leisten kann, der sollte biosiegel in Fleisch kaufen, weniger wegschmeißen, insgesamt weniger Fleisch essen, auch eine gute Idee, weniger Milchprodukte, wir übrigens auch gut für die Gesundheit. Wie bei uns daheim zum Beispiel, du bringst mehr Milchcafé ans Bett und seid ja nur noch Hafermilchcafé. Und wir finden den auch schon sehr lange viel leckerer als, was sagst du immer so schön, als Rinderdrüsen-Sikret. Ja, so ist es ja. Ich finde tatsächlich inzwischen Hafermilch schmeckt besser, wenn man mal seine eigene gute Marke gefunden hat, die, die man mag, wobei kleine Abschweifung, das Zeug ist ganz schön teuer dieser Hafermilch. Also in unserem supermarkt, dann wir haben nur einem Dorf ungefähr 2,5 Mal teurer als Kuhmilch. Das ist doch Wahnsinn. Und noch Wahnsinniger? Der Staat ist mit Schulterran an diesen irren Preisen für Hafermilch. Also, dass ich im Supermarkt 19% mehr Wildsteu auf Hafermilch zahlen muss, aber nur 7% auf Kuhmilch, die dann dabei gewaltige Umwelt vollgekostet hat, also Milliarden Euro vollgekostet, die ja uns alle belastet, weil das ist ja das Gülleverschmutz, die Grundwasser, das gereinigt werden muss und dieser. Du kommst jetzt vom Thema ab. Okay, sorry, aber Fehl-Subvention. Also, die vielen Milliarden, die wir Steuerzahler aufbringen müssen, um umweltschädliche Produkte künstlich billiger zu machen, das riegt mich halt auf. Aber du hast recht, bewusster Konsum kann helfen. Das ist ein Hebel. Was funktioniert ja auch schon? Immerhin hat sich trotz des Preises der Absatz von Hafermilch in nur 4 Jahren mehr als verdoppelt. Da fern eigentlich noch Hafermilch sagen oder muss man irgendwie drink oder irgendwas sagen. Ja, diese nahen Supermarkt. Aber dieser Hebel des Konsums der reicht leider nicht aus, um die Welt zu retten. Wer zwei, Sabine und ich haben uns überall auf der Welt neue landwirtschaftliche Technologien angeschaut. Es gibt sehr viele. Wörtigel-Farming, da braucht es kaum Wasser und kaum Chemie, fürs Gemüse. Wir haben uns in Sektenzucht angeguckt in Afrikan, Deutschland, fürs Tierfutter, in Sekten benutzen. Digitales Präzisionsfarming, damit kann man dann den Einsatz von Pestiziden verringern. Ich war in San Francisco und habe neu zum ersten Mal In vitro Fleisch gegessen, also ein Hähnchenstake aus dem Labor. Das Kurius ist echtes Fleisch, das auch so schmeckt, aber nicht von einem Tierstammt. Also ihr fährt es nicht direkt. Und dann natürlich die ganzen Fleischersatzprodukte. Das ist alles gut, das sind alles kleine Schritte, aber es reicht alles nicht aus. Leider, leider, leider. Und deshalb habe ich dich mit nach Brandenburg. Ja, das war cool, ausrechnet Brandenburg. Da waren wir auf einem Bauernhof und zwar dem von Benedikt Bösel. Der hat auch Kühe, aber diese Kühe sind keine Klimakiller, sondern Klimaschützer, also zu müssen bisschen. Gut und Bösel, so heißt der Laden von ihm, das ist ein etwa 3000 Hektar großer regenerativer Bauernhof in Brandenburg. Benedikt hat aus einem heruntergekommenen DDR-Genossenschaftsbetrieb ein Showcase gemacht für eine ganz neue Art der Bodenbewirtschaftung. Und da werden Methoden ausprobiert, die überall und sofort einsetzbar sind. Also man muss dafür jetzt nicht erstmal Milliarden schwere Anlagen irgendwo bauen und ich sage mal so, das ist der Hotschid in der Welt er misst auf. Und Nummer ein Beispiel, das mich besonders beeindruckt hat. Rotierende Rinderhärden. Auf Angeber Englisch, Mob Gracing, hört sich cool an. Rinder können die Bodenqualität sogar verbessern, wenn sie eng auf der Wiese beinanderschehen und immer nur kurz da grasend dürfen. Und so hört sich das an, wenn man mit Bindedick mal raus auf die Weide geht. Und dann rennen die Kühl los, weil sie so ein Heißhunger haben auf dieses frische, leckere Gras. Drei Mal am Tag mindestens werden sie umgetrieben. Die Weide, die ist in ganz kleine Parzellen aufgeteilt und auf jeder Parzelle wird er nur ein paar Stunden lang gegraßt. Denn steht die Kuh zu lange rum, ist es für den Boden dumm. Was wir versuchen, es im Grunde genommen nachzustellen, wie die Tiere auf das Ökosystem einwirken würden, wenn es uns Menschen gar nicht werben. Und jeder Käuer gerade in diesen größeren Gruppen würden immer eng zusammenstellen und immer in Bewegung sein. Was dann passiert ist, dass sie die Pflanzen eben nur hoch und abweißen und dann die nächste Plutbecklauen zweiten bis macht, dass der Rest aber dann unbetrampelt wird. Und nach dieser Fressattacken haben die Pflanzen dann zwei bis drei Monate Zeit, um sich zu regenerieren. Und was dann kommt, das ist Botanik. Und wer hat Botanik studiert, meine Liebe Fachfrau. Ja, der Erfolg dieser Methode, übrigens auch kurz umtrebsbeweidung genannt, liegt in einer biologischen Besonderheit von Gras. Die meisten Pflanzen versuchen, sich gegen Fressfeinde zu schützen, mit Dornen, Stacheln, Gift oder Miesengeschmack oder so. Nur Gras eben nicht. Es bietet sich den Weidetien so richtig an, als Wolle ist gefressen werden und das stimmt eben auch. Denn kaum wird es oben abgebissen, liegt es unten einen Zahn zu. Gras kompensiert den Verlust vor allem durch ein verstärktes Wurzelwachstum, was ihm hilft, konkurrierende Pflanzen zu verdrängen. Neben Effekt, der Boden wird näherstoffreicher, humusreicher, atenreicher, speichert mehr Treibhausgase und ist sicher vor Erosion. So liebe Leute, also müssen wir mal lieber wieder ein altbekanntes Klischee aus dem Klimaschutz über Bord werfen. Kühe müssen gar nicht, ob er den Klimaschädlich sein. Also im Klartext, wer die Rinder so hält wieder benedigt, der kann dem Klima helfen oder zumindest schadet den Klima weniger. Bei gutem Bösel sind Gras und Boden dadurch messbar produktiver geworden und durch diesen unkonventionellen Herdentrieb, den er macht, durch diese Umtreiben auf der gleichen Fläche, werden bis zu vier Mal so viele Rinder saut. Nicht die Kuh ist also eine Klimasau, sondern der Mensch, der das Rind falsch hält. Der ist Rind in Engestelle einsperrt, ist mit Kraftfutter von Feldern messet, die nicht nachhaltig beaket werden und die anderen Fehler der Massentiartung macht. Das ist doch mal eine sehr, sehr coole Kettenreaktion. Hast du gehört mit Kuhl, ne? Kuh, Kuhl, Kuhl, eine coole Kettenreaktion. Also finde ich zumindest. Glückliche Rinder werden saut. Die Böden werden besser, das Klima freundlicher. Und am Ende können wir Milch oder Fleisch, Ernten und Essen und Trinken ohne schlechtes Gewissen. Also klar, nicht in so absurden Mengen wie bisher. Ein bisschen Verzicht ist schon notwendig. Aber es muss eben auch niemand komplett auf den Grillabend mit Freunden oder ein Steak von Zeit zu Zeit verzichten. Ich habe da auf der Kuhwiese so ein richtig gutes Gefühl gehabt. Ob das auf Dauer funktioniert, das wird jetzt erforscht. Aber es wäre doch wirklich ein Ding. Klimakuh statt Klimakeller. Ja, ich hole mir genommen, ist das die Lösung zu allen. Das ist ein Problem. Dabei müssen die Menschen verstehen, dass die Landbette und Landwirten genauso wie die Kuhl. Das Schlüssel sind um die großen Herausforderungen der Zeit zu lösen. Und zwar auch schon heute. Und dann noch eine wirklich schöne Geschichte zum Schluss. In denen Marc hat die Regierung vor kurzem beschlossen, die Landwirtschaft mit einer Klimascheuere für Treibhausgas-Emissionen ihre Tiere zu belasten. Also, ja, wer Kuh und Schweine hält, er muss dann eine extra Steuer bezahlen. Eben weil die Massentierhaltung besonders klimaschädlich ist, das ist ja wissenschaftlich vielfach belegt. Konkret sollen die Betriebe in Dänemark für jede Tonne CO2 aus der Tierhaltung ab 2030, das wir schon im paar Jahren gut 40 Euro zahlen. Und dieser Betrag steigt dann weiter bis 2035 auf sogar gut 100 Euro pro Tonne. Da gab's bestimmt heftige Bauern, Trotten. Ja, das wäre vielleicht bei uns so. Aber nicht in Dänemark, da gab's gar keine Proteste. Denn gleichzeitig sinkt die Einkommesteuer für die Landwirte. Also unter dem Strich müssen die nicht unbedingt mehr bezahlen. Aber die bezahlen jetzt für eine bessere Sache. Und vor allem die Bauernschaft. Die war von Anfang an in die Planung involviert. Die haben das alles mitentwickelt und finden es deshalb auch überwiegend gut. Und das beweist mal wieder. In diesen ganzen großen Klimaspiel, da muss man fair spielen. Man muss alle mitnehmen. Weil wir halt alle auf derselben Erde leben. Und es deshalb gar keine guten oder keine bösen gibt. Wir müssen aufheben, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Sondern uns die Hände geben. Ich weiß, es wird sich ein bisschen glückskriegs, philosophisch an aber so ist normal. Niergendwo kann man gegeneinander arbeiten, viel erreichen. Und bei gutem Bösel sowieso nicht. Die Landmitschaft und die Fahrgärer Landmutzung ist die entscheidendste Frage unserer Zeit. Da kann man hoffen, ob man Mut haben. Und ich bin sehr optimistisch, dass wir das hinkriegen. Das war "Kettenreaktion", der Podcast von Geo. Ich bin der Stefanz. Und ich Sabine Stefanz. Tschüss und macht es bitte so, wie Benedikt sagt. Es bleibt optimistisch, denn zum Optimismus gibt es keine vernünftige Alternative. Ciao und bis zur nächsten "Kettenreaktion". Und genau eine Million mal dankern unser tolles Team, Audioproduktion und Sound Design, Stefan Strüber. Produktionsleitung, Gerollt, Teufelstorfer, Redaktion, Sabine und Dirksteffens. Dieser Geo-Wissenschafts-Podcast ist eine Produktion der Ufershow-Infactual unter dem Label Ufer-Dokumentary. Im Auftrag von RTL+ [Musik]

Podcast Summary

Key Points:

  1. Die industrielle Milchproduktion, exemplifiziert durch eine riesige Farm in der saudischen Wüste, verbraucht enorme Mengen an Wasser und Futter und trägt erheblich zu Treibhausgasemissionen bei.
  2. Die Zucht auf Hochleistung (z.B. Holstein-Rinder) führt zu gesundheitlichen Problemen für die Tiere und ist oft mit Qualzucht verbunden, wobei Tierwohl häufig wirtschaftlichen Interessen untergeordnet wird.
  3. Das globale, industrialisierte Ernährungssystem ist ein Hauptverursacher von Umweltproblemen wie Klimawandel, Wasserknappheit, Entwaldung und Artenverlust, obwohl es die Weltbevölkerung ernährt.
  4. Lösungsansätze umfassen bewussteren Konsum (weniger tierische Produkte, pflanzliche Alternativen) sowie innovative landwirtschaftliche Methoden (regenerative Landwirtschaft, Präzisionsfarming, In-vitro-Fleisch), reichen aber allein nicht aus.

Summary:

Der Podcast "Kettenreaktion" untersucht die globalen Auswirkungen der Milchproduktion. Ausgehend vom persönlichen Milchkonsum wird die Reise zu einer der größten Milchfarmen der Welt in der saudischen Wüste geschildert. Dort leben zehntausende Hochleistungskühe unter künstlichen Bedingungen.

Die Farm veranschaulicht die Absurdität und die ökologischen Kosten des Systems: enormer Wasser- und Futterverbrauch in einer wasserlosen Region, lange Transportwege und massive Treibhausgasemissionen. Die Zucht auf maximale Milchleistung geht oft zu Lasten der Tiergesundheit. Das Beispiel steht für ein globalisiertes, industrialisiertes Ernährungssystem, das zwar Milliarden Menschen ernährt, aber gleichzeitig als einer der Haupttreiber für Klimawandel, Wasserverbrauch, Entwaldung und Artensterben identifiziert wird.

B. pflanzliche Alternativen wie Hafermilch) und in innovativen Technologien (regenerative Landwirtschaft, Präzisionsfarming) gesehen. Doch diese Ansätze allein reichen nicht aus; notwendig sind auch politische Korrekturen, wie die Abschaffung umweltschädlicher Subventionen, um eine wirklich nachhaltige Nahrungsmittelproduktion zu erreichen.

FAQs

Für die Herstellung von einem Liter Milch werden Hunderte Liter Wasser benötigt, vor allem für den Futtermittelanbau. In trockenen Regionen wie Saudi-Arabien verschärft dies die Wasserknappheit erheblich.

Die globale Milchindustrie verursacht Treibhausgase durch Massentierhaltung, Futtermitteltransport und Landnutzung. Sie ist für einen erheblichen Teil der weltweiten Emissionen verantwortlich.

Die Zucht auf maximale Milchleistung führt zu Qualzucht, mit übermäßig großen Eutern und Gesundheitsproblemen. Die Tiere sind oft anfällig für Krankheiten und leiden unter der Belastung.

Ja, weniger Milchprodukte zu konsumieren oder auf pflanzliche Alternativen umzusteigen, reduziert den ökologischen Fußabdruck. Allerdings reicht individueller Konsum allein nicht aus, um das Problem zu lösen.

Die Landwirtschaft ist eine Hauptursache für den Rückgang der Artenvielfalt, durch Monokulturen, Pestizide und Bodenverdichtung. Sie zerstört Lebensräume und belastet Ökosysteme.

Ja, regenerative Landwirtschaft und pflanzliche Milchalternativen wie Hafermilch sind umweltfreundlicher. Auch neue Technologien wie Präzisionsfarming können Ressourcen schonen.

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