Der Beitrag beleuchtet den Wandel des Heiratens in Deutschland am Beispiel der 48-jährigen Desi-Reshuster, die ihre Hochzeit mit viel Aufwand plant. Während die Zahl der Eheschließungen 2024 auf einen historischen Tiefstand von rund 350.000 sank, investieren Paare zunehmend Zeit und Geld in die Inszenierung ihrer Feier. Die Hochzeit hat sich vom Übergangsritus zur „Eventisierung“ entwickelt – einem öffentlichen Liebesbekenntnis, das oft durch Social Media und professionelle Fotografie verstärkt wird. Freie Trauungen boomen, da sie persönlicher sind, während kirchliche Hochzeiten drastisch zurückgehen. Der Perfektionsdruck ist hoch: Viele Paare nehmen Kredite auf, um 10.000 bis 20.000 Euro oder mehr auszugeben. Gleichzeitig bleiben Geschlechterstereotype wie das weiße Brautkleid oder der „Vater führt Braut zum Altar“ populär, obwohl die Gesellschaft diverser geworden ist. Soziologen betonen, dass die Hochzeit heute vor allem die bestehende Beziehung bestätigt und nicht mehr den Eintritt in eine neue Lebensphase markiert. Trotz des Trends zu kleineren Feiern („elopement weddings“) dominiert der Wunsch nach einem perfekten, unvergesslichen Tag, was bei vielen Paaren zu Stress führt. Planerinnen und Dienstleister helfen, diesen Druck zu managen, warnen aber vor überhöhten Erwartungen.
In wenigen Wochen wird Desi-Reshuster heiraten. Die 48-Jährige ist im Vorbereitungsstress. Kurzer Anruf zwischen den Terminen. Ja, tatsächlich ist der Organisationsaufwand schon sehr hoch. Also ich mache das immer nimmende Arbeit. Teilweise ist 6 Uhr, sind da früh die nächsten Entscheidungen treffen oder bespielt in die Nacht dann noch irgendwas organisieren. Desi-Reshuster sagt, sie befinde sich jetzt kurz vor der Feinplanung Checklisten abhaken. Die Hochzeit soll etwas ganz besonderes sein. Ja, also das ist super wichtig und für mich halt auch total wichtig, dass dieser Tag perfekt ist, dass er perfekt ist für uns als Paar, aber das auch perfekt ist für unsere Gäste. Halb ums heiraten. Warum die Hochzeit super perfekt sein soll. Von Lukas Meyer Blankenburg. Eine besondere Location, Schicke Deco, teures Essen, eine glamoröse Party und das oft sogar mehrere Tage lang. Zehntausende Euro lassen sich viele Brautpare in Deutschland ihre Hochzeit kosten und das obwohl so wenige ehengeschlossen werden wie noch nie. Woher kommt das Bedürfnis, die eigene Liebe so groß zu feiern und zu inszenieren? Den Ablauf ihrer Hochzeit kennt Desi-Reshuster schon ganz genau. Erst wird standesamtlich geiratet, dann geht es in das Lieblingscafé. Da werden wir ganz entspannt eine Prozeit machen und anstoßen mit Champagne. Danach fährt die Hochzeitgesellschaft über den See zur nächsten Location. Da haben wir hier schon zwei kleine Boote organisiert, 15 Personen pro Boot und wir werden aber ein bisschen schickeres Boot holen, weil wir da noch ein paar Fotos machen werden und dann werden uns auf der anderen Seite des Sees in Rotach-Eggern dann unsere Gäste empfangen. Café und Kuchen gibt es dann auf einer Hotel-Terrasse und später die Party auf einem Hausboot. Ganz schön viel Programm, auch wenn Desi-Reshuster sagt, dass sie nur eine kleine Feierplant. Sie weiß von ihrer Arbeit als Fluristin, wie viel Stress sich Hochzeitsbare oft machen. Jetzt erlebt sie es selbst. Sie hat sich vorgenommen. Ich gebe es Vollgas und werde alles perfekt organisieren, aber dann wird der Punkt, an dem ich auch loslassen werde und einfach braut sein darf und nicht diese krassere Organisationen halt, die man dahinter hat. Ja Hochzeit löst Faszination aus. Das sagt Claudia Brinkmann, Parberaterin in Köln. Zum einen ist es eben etwas, was durch viele Geschichten, Filme natürlich hoch romantisiert ist und eine wunderschöne Vorstellung ist, einen schönen Hochzeitszag zu haben oder eben eine glückliche Ehe zu leben. Für viele geht damit auch so eine Form von Lebensglück einher. Heute sein Paare oft bereits lange zusammen. Ehe sie sich dazu entschlossen zu heiraten, sagt Claudia Brinkmann. Die Hochzeit wäre für sie dann eine Art öffentliches Liebesbekenntnis. Es geht damit einher eben ja wirklich die Absicht zu erklären, für ein ander da zu sein und für viele ist das eben nochmal eine Vertiefung, ein nächster Schritt in der Beziehungsbiografie und etwas, was wirklich nochmal eine weitere Nähe herstellen kann. Unser Verständnis von Hochzeit und Ehe hat sich verändert. In der Forschung war heiraten lange verbucht als "Rieddepassage", ein so genanter Übergangs-Ritus von einer Lebensphase in die nächste. Heute ist Hochzeit ein "Rieddekonformation", ein Ritual, das bestätigt, was schon besteht. Das sagt auch die Göttinger-Soziologin Andrea Bühmann. Warum aber ist vielen dieses Ritual die Hochzeit so wichtig? Weil das wirklich ein besonderer Tag für viele Menschen ist und man ja darauf hofft nur einmal im Leben zu heiraten. Und ich glaube deswegen ist es schön für die Menschen zu denken, wir machen es perfekt. Andrea Bühmann hat sich lange mit modernen Heirats-Praktiken beschäftigt. Sie spricht von einer Eventisierung der Hochzeit. Früher waren heiraten privat, das war innerhalb der Familien, also zwei Familien tun sich zusammen unter Heiraten zwei Mitglieder und jetzt ist das nur öffentliche Veranstaltung und das ist glaube ich ein ganz großer Unterschied. Die Öffentlichkeit ist vor allem auch das Internet. Kaum eine größere Hochzeit kommt heute ohne professionelle Foto- und Videoaufnahmen aus. Viele Brautpaare teilen ihre Hochzeitsimpressionen auf Social Media. Es fällt schwer bei den Bildern, von aufwendig gestalten, überglücklichen Paaren, nicht an Hollywood-Liebesfilme zu denken. Eine Millionenfachgeleigte und geteilte Inszenierung, romantischer Liebesbeziehungen. Das Bedürfnis, die eigene Beziehung der Art in den Vordergrund zurück hat für Soziologin Andrea Bühmann auch mit einer historischen Entwicklung zu tun. Noch in den 1950er und 60er Jahren sei es in BRD und DDR völlig normal gewesen, dass Menschen zwischen 20 und 30 irgendwann Heiraten sagt sie. Aber diese Normalität ist eben nicht mehr gegeben und auch nicht mehr die Erwartungshaltung, dass Menschen zwischen 20 und 30 Heiraten und dann Kinder kriegen. Sondern wir haben ja so eine diversifizierung der Lebenswelten und der Lebensweisen und dann ist das zu tun, was früher normal gewesen ist, vielleicht mittlerweile auch wieder was Besonderes. Das Bundesamt für Statistik hat im Februar 2006 Zahlen vorgelegt. Demnach haben sich 2024 knapp 350.000 Paare in Deutschland das Jahrwort gegeben. Das waren so wenige E-Schließungen wie noch nie seit 1950, dem Beginn der Erhebungen. Die Hochzeitspare werden außerdem älter und gleichzeitig sinkt der Anteil verheirateter Menschen in der Gesellschaft. Von einem eindeutigen Abwärztrend, einem Attraktivitätsverlust der Ehe, kann trotzdem nicht die Rede sein. Die Gesellschaft ist heute älter als vor 60-70 Jahren. Und in verschiedenen repräsentativen Umfragen gibt nach wie vor eine deutliche Mehrheit junger Menschen an, dass sie langfristige Beziehungen erstrebenswert findet und gerne Heiraten würde. Sie lassen sich mit der Entscheidung nur mehr Zeit. Auch desiere Schuster und ihr Verlobter entsprechend dem Trend und sind mit deutlich über 40 Jahren älter als die meisten Hochzeitspare vor ein paar Jahrzehnten. Sie wollten ihre Liebe feiern, sagt desiere Schuster. Steuervorteile oder andere, eher wenig romantische Gründe hätten keine Rolle gespielt. Da haben wir uns eigentlich auch gar keine Gedanken gemacht, da müssen wir uns jetzt tatsächlich noch Gedanken machen. Von dem Wunsch, die eigene Liebe öffentlich zu bestätigen, spricht auch der Theologe Rupert Scheule von der Universität Regensburg. Er hat in wissenschaftlichen Interviews mit Paaren untersucht, warum sie Heiraten und warum einige von ihnen immer noch ganz bewusst kirchlich Heiraten wollen. Für die katholische Kirche sind die Zahlen mittlerweile dramatisch. Wir haben verglichen mit 1990 im Jahr, ich glaube, 2024 sind die aktuellen Zahlen nur noch ein Viertel, der die 1990 geheiratet haben, haben noch 2024 geheiratet. Die Zahlen sind radikal zurückgegangen. 1990 wurden noch 116.000 Ehen in Deutschland nach katholischen Rietus geschlossen. 2024 waren es etwas mehr als 27.000. Und warum Heiraten diese 27.000 noch in der katholischen Kirche? Also die Wahrnehmung ist die aus dem, was auf dem Standesamt läuft. Komm ich immer irgendwie raus. Da gibt es die Möglichkeit mit einem guten Anwalt und ein bisschen Geld wieder rauszukommen aus einer standesamtlich geschlossenen Ehe. Das was in der Kirche, in der katholischen Kirche läuft. Aus dieser Nummer komme ich nicht mehr raus. Das ist rechtlich praktisch keinen wesentlichen Unterschied gibt, weil auch die bürgerliche Ehe eine auf Lebenszeit geschlossene Gemeinschaft ist, würden die meisten Brautpaare nicht wahrnehmen, beobachtet der Theologe. Die Menschen suchten in der Kirche nach einem verstärkten Treue-Bekendnis, in dem Fall mit geistlichem Segen. Das hat uns überrascht, wir haben gedacht, es wird schwierig, die Sache mit der lebenslangen Treue, das wird problematisiert, das Gegenteil ist der Fall. Also das ist schon das, was gesucht wird. Die Kirchen sind mittlerweile nur noch einer von vielen Anbietern auf dem Hochzeitsmarkt. Selbst viele religiöse Paare entscheiden sich heute für eine sogenannte freie Traum. Es ist auf jeden Fall pro Kulairer geworden. Das sagt Rune Maisel aus Lüneburg. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Eva Lindner bietet sie als Hochzeitsreternerin freie Traum. Also wir haben beide vor zehn Jahren angefangen und wir merken, dass sowohl die Nachfrage steigt, so gleich aber auch das Angebot. Freie Traum, mehr sprachig und auch im Ausland. Das heißt Hochzeitszeremonie, Rituale und Orte für die Feier wählen die. Seiles am Strand, in der Scheune auf dem Land oder auf dem Gipfel eines Berges. Rune Maisel ist dann nicht nur zuständig für die Hochzeitsrede, sondern sie ist auch Ceremonienmeisterin. Und selbst wenn die Paare eine gewisse Verbindung zu Kirche selbst haben, ist es oft so, dass sie doch eine gewisse Steifheit und Festgeschriebenheit mit den Ritualen dort verbinden und sich von einer freien Traum wünschen, dass sie wirklich ganz persönlich auf sie zugeschnitten ist, mit viel Liebe zum Detail gestaltet wird. Eine gute persönliche Rede sei das Wichtigste und setze oft in Rahmen für eine gelingende Feier-Saktrone Maisel. Dafür nehme sie sich in mehreren Vortreffen mit dem Paar viel Zeit, wesentlich mehr, als es vielbeschäftigte Pastorinnen und Pastoren leisten könnten. Bei der Frage, wie eine Ceremonie gestaltet werde, gebe es große Unterschiede. Gerade interkulturelle Hochzeiten seien anspruchsvoll. Beispiel, eine deutsch-indische Hochzeit. Also wir hatten ein Ringtausch, wie das jetzt bei deutschen Traumungen eben sehr üblich ist und ein Eheversprechen. Wir hatten aber auch ein indisches Ritual, bzw. zwei miteinander kombiniert, wo die Ringe erst mal nach voneinigen Gästen, die nach vorne kamen, gesegnet wurden, mit Blütenblätter und auch so gepuffte Reiskörner in einen Klarefeuer, in einer Feuerschale geworfen wurden. Und damit ist verbunden in der indischen Kultur die Vorstellung, dass man Wünsche über diese Reiskörner mit ins Feuer gibt und die sich durch die Transformation in den Rauch dann auch auflösen und ins Universum übergehen, um erfüllt zu werden. Die Aufwertung der Hochzeit als großes Fest der Liebe ist auch ein Fest der hohen Preise. Traurätnerin Rune Meißel meint, der trennt zur ganz großen pompösen Hochzeitgehe zwar zurück, viel Kosten lassen sich Paare von heute aber auch die Kleinfeiern. Desi-Reschuester und ihr Verlob da zum Beispiel haben nur etwas mehr als 30 Gäste eingeladen. Billig wird es trotzdem nicht. Also das ist schon 5 stelle ich und nicht nur 1 oder so, sondern halt ja, also es ist auf jeden Fall 5 stelle ich zwar noch im unteren Bereich der Hälfte aber es ist mehrfach 5 stelle ich. Sie heiraten hoffentlich nur einmal und dafür und dann aber richtig, sagt Desi-Reschuester. Mit dieser Einstellung liegt das Paar im Trend. Laut einer Online-Umfrage der Hochzeitsplanungsagentur "Weddy Place" unter 634 Paare, hat die Mehrheit der Brautpaare in Deutschland 2024 für ihre Hochzeit zwischen 10 bis 20.000 Euro ausgegeben. Ein gutes Viertel der befragten Paare lag noch mal deutlich drüber und 2 Prozent gaben sogar mehr als 40.000 Euro aus. Geheiratet wird im Sommer. Mitlawiile gibt es zwar auch Winter-Weddings, Paare, die bewusst im Winter heiraten und manche fliegen in der kalten Jahreszeit mit Samt Hochzeitsgesellschaft in warme Länder und heiraten an ausgefallenen Orten, so genannte Destination Weddings. Aber für die meisten Paare sind Herbst und Winter die Zeit um die eigene Hochzeit zu planen. Und dafür gibt es Deutschland weit mittlerweile unzählige Hochzeitsmessen, sehr große, wie etwa die Trautich, die Love B oder die Messe Just Married, die durch mehrere Städte turen. Vor allem aber gibt es sehr viele eher mittelgroße und kleine Messen. So wie hier im Februar 2026, die Liebe ist Hochzeitsmessen in Lüneburg. Im Kunstzahl einem zum Ausstellungsraum umfunktionierten ehemaligen Kaserangebeute aus roten Klingger bekommen Paare am Eingang angleschen Sekt in die Hand. Dann können sie sich die Angebote, der rund 30 Dienstleisterinnen und Dienstleister anschauen. Da ist zum Beispiel die mobile Braut-Stylist in Malu. Ich achte ganz besonders darauf, dass das, was die Braut an sich am schönsten findet, das unterstreichen und nochmal extra zu betonen. Oder die Fotografin Mandy von Storytelling Weddings. Uns macht aus, dass wir natürlich arbeiten. Wir stellen keine Fotos oder Videos, sondern die Paare sollen so natürlich sein, wie sie sind. Es gibt Hochzeitsplanerinnen, Traurätnerinnen. Eine Tanzlehrerin bietet Kurse für den Eröffnungs-Tanz des Brautpaares an. Sie empfiehlt Paaren bei der Liedauswahl unbedingt auf den Songtext zu achten. Und am Stand der Hobbygolt-Schmiede von Oliver Cargos können Paare einen Termin vereinbaren und ihre Trauringe selber schmieden, wie ein Mitarbeiter erklärt. Das ist das Schöne. Du hast am Ende einen Ring der super hochwertiges, also genauso wie gekauft, den aber dein Partner für dich gemacht hat. Den Rest eines Lebens auf Fingern, also emotional, ganz anderer Wert als einfach nur auf der Stange. Individual natürlich hochwertig. Das sind die Schlagworte, mit denen hier geworben wird. Die Fotostellwände und Flyer an den Ständen zeigen glückliche Paare in heller, blühender Sommernatur. Blumen, Deko auf weißgestrichenen Tischen und Stühlen mit Lorf und Happiness anhängern. Die Hochzeitsmesse in Lüneburg ist keine Luxusmesse, aber wer die Angebote überschlägt und eine Handvoll für die eigene Hochzeit zusammenstellt, landet schnell bei mehreren Tausend Euro. Haben sich die Paare hier schon Gedanken über Skeld gemacht? Wie viel wollen sie ausgeben für ihre Hochzeit? Das ist eine gute Frage darüber, wenn wir noch gar nicht geredet. Was steht zu dir denn vor? Das ist eigentlich egal, was so da war, es ist sehr teuer. Diese beiden haben sich schon einen Rahmen gesetzt. Wir haben es auf dem Fall eingegrenzt auf 10 bis 15.000 Euro, so gesagt bei wir auch im kleineren Rahmen feiern mit 50 Leuten. Ja, nur die Preise, das Geld ist ein bisschen kritisch für den Tag, aber das kriegt man auch in. Eine sociologische Erklärung für den Hype ums heiraten liefert eher indirekt der bekannte Kulturwissenschaftler Andreas Räckwitz von der Humboldt-Universität in Berlin. Er beschreibt in seinem Buch die Gesellschaft der Singularitäten, dass die soziale Mittelklasse heute nicht mehr nur nach Status und Vermögenstrebe, sondern es gehe ihr auch um eine sogenannte performative Selbstverwirklichung. Soll heißen? Das eigene schöne Leben sei erst dann wertvoll, wenn es von einem Publikum gesehen und bewundert werde. Über tragen könnte man also sagen, die aufwendig gestaltet Nordzeiten fallen sicher in so ein modernes Belohnungssystem. Die Kölner Paar-Beraterin Claudia Brinkmann beobachtet, dass sich viele Paare extra verschulden, Kredite aufnehmen, um sich ihre Traumhochzeit leisten zu können. Der Anspruch, eine besondere Hochzeit zu feiern, sorge auch für sehr viel Druck. Ja, genau. Also da geht schon sehr viel Stress mit einher, was die Vorbereitung, die Planung betrifft. Natürlich soll es auch der glücklichste Tag sein, aber der Druck geht damit einher, dass natürlich die Forschung ist alles soll und darf und muss perfekt ablaufen. Wir haben so viel Geld dafür ausgegeben, jetzt soll es der perfekte Tag mehrden und genauso werden, wie wir uns da vorgestellt und geplant haben. Ich freue mich so, dass ich hier sei, dass ihr hier seid, die Spaß nicht jung ist. Der Druck rund und die möglichst perfekte Hochzeit ist spürbar gestiegen. Davon berichten auch diejenigen, die den Brautpaaren mit ihren Dienstleistungen in Quarberuf eigentlich Druck nehmen sollten. Zum ersten Mal findet im Frühjahr 2026 die Monara-Konfernsstadt ein Branchentreff der Hochzeitstienstleisterinens Szene. In dem alt erwürtigen Münchner Kino, der Astor Filmlaunch, sitzen mehr als 400 Wedding-Planerinnen und Videografinnen in welchen Kino-Sesseln und lauschen den Stars des Szene. Ein Branchenpräume ist Julia Meinhold, Fotografin von "Od-Werdings". Ihre Hochzeitsbilder sind für viele hier der Goldstandard. In ihrem Vortrag spricht Julia Meinhold vom Unterschied zwischen Perfektionismus und Exzellenz und bekommt Standing Ovation. Nach dem Vortrag sagt sie zum Halbumshyraten. Das ist über die Jahre immer schlimmer geworden. Also ich glaube, die Bräute heutzutage, die haben so, wahnsinnig hohe Ansprüche an sich selber. Und das ist natürlich dann auch unsere Aufgabe, irgendwo diese Ansprüche zu managen. Ein VIP-Gast auf der Monara-Konferenz in München ist die Hochzeitsplanerin Svenja Fischer. Ihre Arbeit verfolgen 10.000 auf Instagram. Nach der Konferenz ist sie noch kurz im Vorjähr des Kinos. Sie sagt, als Planerin müsse sie vieles sein. Organisatoren, Problemlöserin, Psychologin. Wenn man in Firmen event hat, die Weihnachtsfeier hat man jetzt mit Katerer X gemacht und dann war das Rinderfilet vielleicht nicht perfekt. Dann macht man es in der nächsten Weihnachtsfeier vielleicht mit einem anderen Katerer. Das geht bei einer Hochzeit nicht. Wir haben nur diesen einen Versuch und dieser Druck ist auf jeden Fall da, aber er ist ja auch berechtigt und deswegen werden wir gebucht. Dann schlimmste Hochzeit, stopft deine Albträume. Also ich hatte zum Glück noch keine Hochzeit, wo ich jetzt sage, das waren absoluter Albträume. Ich glaube, es sind eher so Faktoren gewesen von außen, die man nicht beeinflussen konnte. Und da ist eigentlich für jeden Plan der größte Albträume das Wetter. Also wir hatten eine Hochzeit aus.
den Bahamas sind dort mit 60 Gästen aus Deutschland hingereist und das kamen Harry Kane. Und das ist natürlich so wirklich der worstcase gewesen und da das hat uns auf jeden Fall vor Ort Alpträume beschert. Wir konnten es sehr sehr gut lösen, aber wenn dich dann jemand fragt ja was ist denn jetzt unserer Plan B auf den Bahamas, ist es einfach schwierig. Die Kölner Paarberaterin Claudia Brinkmann redparen dazu gut miteinander zu besprechen. Was wollen wir wirklich? Wo sind wir flexibel? Eine Hochzeitsplanerin, wie sie mittlerweile viele beauftragen, sei kein Muss. Also etwas was nicht unbedingt nötig ist, etwas was bestimmt Stress und Vorbereitung ersparen kann und nur man auch Verantwortung abgeben kann, aber es ist nicht notwendig, um eine glückliche schöne Hochzeit zu erleben. Ob aus Geldgründen oder Ausfragen des persönlichen Geschmacks zu den Gehypen Hochzeiten hat sich schon wieder ein kleiner Gegentrein gebildet. So genannte "illovement weddings", also kleine oder gar keine Feiern, nur im engsten Kreis, ohne große Inszenierung. Sie bilden allerdings eher eine Ausnahme. Und was auffällt bei sehr vielen Hochzeiten, ob klein oder groß? Es werden typische Geschlechtasdyreotype bedient. Die Braut trägt das klassische Weiß und wird von ihrem Breutigam symbolisch über die Schwelle getragen. Solche und ähnliche Motive sind Gang und Gebe. So beobachtet das auch die Göttinger-Sozilogen Andrea Bühmann. Das sieht ja aus wie Beivolt Disney und da gibt es ja die Prinzessin und den Prinzen, die wiederum heiraten. Es gibt die entsprechenden Fotografien dazu und es gibt zum Beispiel auch den neuen US-amerikanischen Rätos übrigens, dass der Vater, der Braut seine Tochter dem Ehemann zuführt, was seit ungefähr 30, 40 Jahren in Deutschland auch so praktiziert wird, was aber natürlich auch noch mal schlertlich darauf wirft, welche Geschlechterrollen der Jetypen da eigentlich aufgerufen werden. Andrea Bühmann betont trotzdem, die Geschlechtasdyre Type auf Hochzeiten, sein erst mal nur Inszenierung. Sie vermutet, dass viele Paare beim Highraten gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen wollten. Die Hochzeit sei dann nicht unbedingt ein Indiz dafür, wie es später in der Beziehung aussehe. Viel mehr stören die Sozologin politische Maßnahmen wie das Ehegattensplitting, das Nachweislicht dafür sorgt, dass Ungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen bestehen bleiben. Ich halte das für nicht angemessen. Ich finde es völlig okay, wenn Menschen Highraten, aber ich finde es nicht okay, dass Menschen, oder ich, wir fällt auch kein legitimer Grund dafür ein, eine bestimmte Lebensweise, die noch nicht mal gekoppelt ist daran, dass Kinder in dieser Partnerschaft da sind, in dieser Art und Weise begünstigt wird, privilegiert. Das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung von 2026 gibt Andrea Böhmann recht. Demnach entscheidet sich jede zweite Teilzeit beschäftigte verheiratete Frau zwischen 45 und 66 Jahren dagegen mehr zu arbeiten, weil es sich für sie finanziell nicht lohnt. Die Kritik am Ehegattensplitting ist nicht neu. Verschiedene Bundesregierungen der vergangenen Jahre haben hin und wieder Änderungen angekündigt, passiert ist aber nichts. Im April 2026 hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil von der SPD vorgeschlagen, aus dem Ehegattensplitting ein sogenanntes fiktives Realsplitting zu machen. Damit könnten Paare einen bestimmten Freibetrag so untereinander aufteilen, dass es sich optimal auf ihre Steuerlast auswirkt. Ob das fiktive Realsplitting bald Realität wird oder doch nur fiktiv bleibt, das hängt wesentlich vom Koalitionspartner ab. Die CDU verteidigt das Ehegattensplitting. Für sie ist es eine durch das Grundgesetz gerechtfertigte Steuersepvention für Ehepare. Das Ehegattensplitting ist ein gutes Stichwort, um nachzufragen, welche Motivation es noch geben kann zu heiraten. Der Heib sei das eine, sagt Soziologin Andrea Böhmann. Aber mit Blick auf die vielen Krisen und Konflikte in der Welt, würde die Ehe vielen auch Sicherheit. Und Theologe Rupert Scheule räumt ein, dass oft ganz pragmatische Gründe für Paare Ausschlaggebend sind. Die angesprochenen Steuervorteile sehr etwa, aber auch das Sorgerecht für Kinder, die Rente oder das Erbrecht. Längst fragen sich manche Paare, ob sie sich mit der Hochzeit auch um einen Ehevertrag kümmern sollten. Einer, der das sehr gut beantworten kann, ist Klaus Weil, einer der bekanntesten Familienrechtler Deutschlands umgangssprachlich-Scheidungsanwalt. Klaus Weil kennt die Ehe von ihrem unguten Ende her. Zu vier und wieder eines Ehevertrags wird er gerne gefragt. Er antwortet dann oft mit seinem Lieblingsbeispiel. Nämlich, die meisten Menschen würden den Kaufvertrag eines Gebrauchtwagens genauer studieren, als sich darüber zu informieren, welche Verpflichtungen und Rechte sie mit einer Eheschließung eingängen. Das erlebe ich schon, dass man da teilweise sehr, sehr blaueurig reingeht, aber das ist auch nachvollziehbar, weil die Liebe im Vordergrund steht und das Ganze ja in irgendeiner Art und weiß auch romantisch, über die Bühne gehen soll. Da will man sich nicht unbedingt mit den vertraglichen Gegebenheiten und dem auseinandergehen einer solchen Bindung schon zu den Zeitpunkt auseinandersetzen. Kann aber sein, dass man sich schneller damit auseinandersetzen muss als einem Lieb ist. Klaus Weil gibt ein extremes Beispiel, dass bei ihm auf dem Schreibtisch gelandet ist. Die kürzeste Ehezeit hat tatsächlich den Tag der Eheschließung nicht überstanden. Das lag einfach daran, dass die Ehefrau sich in diesem Falle in der Nacht dazu entschlossen hat, doch ihren besten Freund sich zuzuneigen, der auch gleichzeitig Teilnehmer dieser Hochzeit war. Das war die kürzeste Ehe. Sie musste allerdings noch ein Jahr warten, weil in Deutschland müssen sie ein Jahr getrennt leben, bis sie geschieden werden. Das geht nicht von heute auf gleich. Einen Ehevertrag sollten vor allem die Paare erwegen, bei denen die persönlichen Vermögensunterschiede sehr groß sind, oder wo insgesamt vergleichsweise viel Vermögen mit im Spiel ist. Klaus Weil beobachtet außerdem je größer der Heib um Zeiraten des do emotionaler Falle oft die Scheidung aus. Es führt bei den Menschen zu noch einer größeren Enttäuschung, als es vielleicht früher geführt hat. Also ich bemerke einfach, dass das auseinander gehen, kurzer Ehe, die noch unter diesen zeitliche Spanne fallen, wo die Hochzeit tatsächlich zellebriert wird, dass dieses auseinander gehen viel emotionaler ist als bei Ehe, die vielleicht 20-25 Jahre schon bestehen. Da ist dieses Scheid dann nicht so im Vordergrund. Da ist man eher genaigt mal zu sagen, wir waren jetzt lange zusammen, aber irgendwie funktioniert's nicht mehr. Es ist heute nicht mehr selbstverständlich zu heiraten. Paare, die es tun, wollen ihre Liebe feiern und das auch zeigen, Familie, Freunden oder gleich im Internet. Der Wunsch, dass dabei alles möglichst perfekt aussehen soll, macht Druck und führt im schlechtesten Fall zu großen Enttäuschungen. Die Fachleute in dieser Folge von das Wissen empfehlen deshalb allen angehenden Brautpaaren, lasst euch nicht reinreden. Besprecht, was euch wichtig ist, heiratet wo und wie ihr es wollt. Auch wenn das heißen kann, dass man gar nicht feiert. Das Wissen Halbums heiraten, warum die Hochzeit so perfekt sein soll, Auto- und Sprecher, Lukas Mauer Blankenburg, Redaktion Wera Kern. Das eine Ehe irgendwann auch enden kann, haben wir gerade gehört. Seit den 1990er Jahren hat sich die Anzahl der Ehen die nach der Silberhochzeit, also nach mehr als 25 Jahren Ehe, geschieden wurden, fast verdoppelt. Warum ist das so? Mit den Gründen beschäftigt sich diese Folge von das Wissen. Scheidung nach der Silberhochzeit, warum sich langzeit Paare trennen, in ARD Sounds und auf allen gängigen Podcastplattformen. Das Wissen vom SWR. Links zu weiteren Informationen stehen in den Show-Nots zu dieser Folge.
Podcast Summary
Key Points:
Desi-Reshuster (48) plant aufwendig ihre Hochzeit mit 30+ Gästen, die mehrere Stationen (Standesamt, Café, Bootsfahrt, Hotelterrasse, Hausboot) umfasst.
Die Hochzeit wird als öffentliches Liebesbekenntnis und Ritual der Bestätigung bestehender Beziehungen verstanden; der Trend geht zur „Eventisierung“.
Die Zahl der Eheschließungen in Deutschland sank 2024 auf den Tiefststand seit 1950 (ca. 350.000), dennoch bleibt Heiraten für viele junge Menschen erstrebenswert.
Freie Trauungen gewinnen an Beliebtheit, da sie individueller gestaltet werden können; kirchliche Hochzeiten sind stark rückläufig (2024 nur noch 27.000 katholische Trauungen).
Die Kosten sind hoch
Geschlechterstereotype (weißes Brautkleid, Vater führt Braut zum Altar) werden oft bedient, obwohl die Beziehungen moderner sind.
Summary:
Der Beitrag beleuchtet den Wandel des Heiratens in Deutschland am Beispiel der 48-jährigen Desi-Reshuster, die ihre Hochzeit mit viel Aufwand plant. 000 sank, investieren Paare zunehmend Zeit und Geld in die Inszenierung ihrer Feier. Die Hochzeit hat sich vom Übergangsritus zur „Eventisierung“ entwickelt – einem öffentlichen Liebesbekenntnis, das oft durch Social Media und professionelle Fotografie verstärkt wird.
Freie Trauungen boomen, da sie persönlicher sind, während kirchliche Hochzeiten drastisch zurückgehen. 000 Euro oder mehr auszugeben. Gleichzeitig bleiben Geschlechterstereotype wie das weiße Brautkleid oder der „Vater führt Braut zum Altar“ populär, obwohl die Gesellschaft diverser geworden ist.
Soziologen betonen, dass die Hochzeit heute vor allem die bestehende Beziehung bestätigt und nicht mehr den Eintritt in eine neue Lebensphase markiert. Trotz des Trends zu kleineren Feiern („elopement weddings“) dominiert der Wunsch nach einem perfekten, unvergesslichen Tag, was bei vielen Paaren zu Stress führt. Planerinnen und Dienstleister helfen, diesen Druck zu managen, warnen aber vor überhöhten Erwartungen.
FAQs
Laut einer Umfrage gibt die Mehrheit der Brautpaare zwischen 10.000 und 20.000 Euro aus, ein Viertel liegt deutlich darüber und 2 Prozent geben mehr als 40.000 Euro aus.
Der Druck steigt durch hohe Erwartungen an Perfektion und die hohen Kosten, was oft zu Stress führt, da alles perfekt ablaufen soll.
Viele Paare teilen ihre Hochzeitsbilder auf Social Media, was den Trend zur aufwendigen Inszenierung und Eventisierung verstärkt.
Eine freie Trauung ist eine persönliche Zeremonie ohne kirchliche Bindung, die individuell gestaltet wird und oft von Traurednern durchgeführt wird.
Paare heiraten heute später, oft mit über 40 Jahren, und die Anzahl der Eheschließungen ist auf ein Rekordtief gesunken.
Sie suchen ein verstärktes Treuebekenntnis mit geistlichem Segen und sehen die kirchliche Ehe als unauflöslicher an.
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