100 Folgen Spezial: Ein Interview mit einem unserer Paare aus der Paartherapie
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Susi und Andreas, ein Paar mit 30 Jahren Beziehung und mehr als 25 Jahren Ehe, beschreiben ihre Transformation durch Coaching. Beide sind selbstständig und haben durch die hohe Verantwortung in ihren Berufen viel Zeit- und Stressdruck, was zu wiederholenden Streitereien führte. Eine frühere Eheberatung half nicht, da Konflikte sich allmählich akkumulierten. Im Coaching konnten sie ihre individuellen Wurzeln erkennen: Susi verarbeitete Verlustängste aus der Kindheit, Andreas entdeckte Elternprägungen, die seine Reaktionen beeinflussten. Durch das Erkennen von Werten und der „Sprache der Liebe“ wurden Konflikte bewusst reflektiert und die Beziehung stärker miteinander verbunden. Beide erwähnen, dass sie jetzt frühzeitig über Streitigkeiten sprechen, sich selbst reflektieren und weniger auf die andere reagieren. Besonders hilfreich war das System der Karteikarten, bei denen beide ihre früheren Konflikte dokumentierten und schrittweise auflösen konnten. Die Corona-Pandemie führte zu mehr Ruhe und gemeinsamen Aktivitäten, die die Beziehung stärkten. Die gemeinsamen Werte, die mit ihrer Tochter gemeinsam gefunden wurden, wurden auch als Grundlage für Verständnis und Zusammenhalt genutzt. Die Beziehung ist heute ruhiger, stabiler und mit mehr Selbstwissen und gegenseitigem Verständnis verankert. Die beiden sehen Coaching als entscheidenden Meilenstein, der ihnen ermöglicht hat, aus einer Spirale der Konflikte herauszukommen und eine authentischere, wertschätzende Beziehung zu etablieren.
So, willkommen zum zweiten Teil dieser Podcast-Folge.
Wir haben Susi und Andreas da, ein Paar, was bei uns bzw. bei mir im Coaching war
und freuen uns, dass ihr da seid. Hallo!
Hallo!
Ja, moin moin!
Stellt euch mal kurz vor, wer seid ihr, seit wann seid ihr ein Paar, habt ihr Kinder?
Wir sind seit knapp 30 Jahren ein Paar, über 25 Jahre verheiratet, eine Tochter, 20 Jahre jung,
ja, beide selbstständig und ja, da kommen wir schon zum Grund.
Ja, in verschiedenen Firmen selbstständig.
Und damit immer wenig Zeit und das war, glaube ich, der größte Punkt.
Also, dass wir Streitfaktoren haben.
Okay, was für Firmen habt ihr, was macht ihr selbstständig?
Also, ich bin Physiotherapeutin und habe eine Physiotherapie-Praxis mit fünf Angestellten und ja.
Ich habe einen Online-Handel und auch mit 20 Leuten und dementsprechend auch immer viel beschäftigt.
Ja, kennen wir aus unseren Paaren und Coachings.
Ja.
Also, Führungskräfte und Menschen mit viel Verantwortung sind dann doch häufiger bei uns,
weil man eben dieses Führen auch zu Hause manchmal schwer ablegen kann, ne?
Und das dann zu Konflikten führt.
Ja, erzählt mal, wie war es vor dem Coaching?
Also, wie kam euch der Gedanke, bei uns ein Coaching zu machen und welche Herausforderungen,
ihr habt es ja schon mal kurz angeteasert, gab es bei euch in der Beziehung?
Also, wir haben schon mal ein, wie sagt man?
Therapie, nicht, nein, eine Eheberatung, genau, gemacht, schon vor, ja, fünf, sechs Jahren.
Haben da wieder sehr gut zueinander gefunden, aber es war eben nicht nachhaltig.
Es gab immer wieder, also es baute sich dann Jahr für Jahr weiter auf und es gab dann immer wieder kleinere Streitigkeiten,
die dann immer größer wurden und wir waren tatsächlich relativ ratlos, was wir tun könnten.
Die Liebe war da.
Es gab auch sonst keine großen Themen, aber wir waren, ja, hilflos, was wir tun sollen.
Und wie habt ihr uns dann gefunden?
Im Grunde online geguckt, ich glaube, da hat Google weitergeholfen.
Also, der ganz klassische Weg, wahrscheinlich gegoogelt, was es so in der Nähe gibt, im näheren Umfeld.
Und tatsächlich beide ziemlich zeitgleich, also wir haben schon irgendwie drüber gesprochen,
wir möchten gerne nochmal was tun und haben euch beide gleichzeitig gegoogelt.
Also, da gab es ja schon mal eine Einigung.
Ja, das ist spannend, das haben wir schon ein paar Mal gehört, dass beide separiert googeln oder auch unterschiedliche Medien wahrnehmen,
dass der eine hört Podcast, der andere schaut YouTube und irgendwie ist man dann mit in der Auswahl zwischen zwei, drei anderen vielleicht,
die man auch gefunden hat und dann sehen beide so, oh, Lebensirrlisten, bei beiden drauf, das muss ja irgendwie ein Zeichen sein.
Dann melden wir uns dort mal.
Okay, und dann wart ihr von August 2020 bis März 2021.
Bei mir im Coaching.
Vielleicht mögt ihr nochmal berichten, was euer Ziel war.
Ja, im Grunde, was Susi schon sagte, wir hatten ja viele kleine Themen und am Ende waren wir so ein bisschen hilflos,
weil wir keine Ansätze hatten, wie kommen wir da aus dieser Spirale raus.
Und ja, im Grunde haben wir uns Hilfe erhofft, dass wir einfach uns, ja, keine Ahnung, wieder näher sind, uns besser verstehen.
Bei uns waren immer viele, ich nenne es mal kleine Verletzungen.
Und eben auch das Thema, dass wir manche Dinge einfach unterschiedlich gesehen haben und wahrgenommen haben.
Und dass, ja, dieses Verstehen füreinander wieder, irgendwie wiederkommt.
Genau, es fühlte sich nicht rund an für uns und wir, ja, waren wirklich ratlos, hilflos, warum das so ist, wenn die Liebe doch da ist.
Und man dann arbeitet und wir waren auch immer im Gespräch.
Wir haben immer zusammen Zeit verbracht.
Gewusste Zeit verbracht.
Und trotzdem haben wir uns viel gestritten und immer mehr gestritten und haben gesagt, ja, entweder trennen wir uns jetzt endgültig oder wir brauchen dringendst Hilfe.
Weil es einfach auch psychisch für uns beide sehr, sehr anstrengend war, ja, wenn man sich immer nur streitet.
Okay, und dann ging es ins Coaching und das ist ja auch ein spannender Start.
Wir beginnen ja immer mit dem Kennenlernen.
Ihr habt jetzt ja schon einmal eine Paarberatung gemacht.
Aber wie war das für euch?
Das erste Mal dann zu so einem Termin zu kommen.
Also wir erleben das immer wieder, dass Paare äußerst aufgeregt sind, unsicher, was passieren wird und da erstmal Respekt vorhaben, in so ein Kennenlernen zu gehen.
Naja, also grundsätzlich ist es schon so, dass man ja sich fragt, oh, was kommt da auf mich zu?
Ich glaube, für jeden ist die schlimmste Vorstellung, es kommt heraus, ich bin schuld.
Und ja, das war für uns, glaube ich, auch der Hauptpunkt aus der, ich glaube,
als erstes war ja so ein Kennenlerngespräch, dass wir da rausgegangen sind und haben gesagt, das passt.
Also, dass wir das Gefühl hatten, wir werden besser verstanden, also in dem Fall von dir, Florian,
dass du uns das Gefühl gegeben hast, du verstehst unsere beiden Seiten, wo wir ja immer noch nicht zusammen dann die gleichen Themen hatten.
Und die Ansätze fanden wir gut und dementsprechend haben wir auch uns entschieden, das dann wahrzunehmen.
Ich habe mich tatsächlich gefreut drauf, weil ich schon ein Mensch bin, der gut Hilfe annehmen kann, wenn es mir klar ist, wenn ich das verstehe.
Und ich habe mich da sehr darauf gefreut, weil ich ja natürlich große Hoffnungen hatte, dass wir das hinkriegen.
Und ja, also wie gesagt, natürlich auch aufgeregt immer, aber eigentlich habe ich mich tatsächlich mehr gefreut, dass es irgendwie besser wird und ja, wir Hilfe bekommen.
Das bringt dein Beruf wahrscheinlich auch ein bisschen mit, ne?
Wahrscheinlich, ja.
Okay. Hat das denn bei euch jetzt was gemacht, dass ihr wisst, dass ich auch noch andere Unternehmen habe und da eben auch nochmal, oder auch wir beide zusammen das machen und sozusagen auch dann ja beide selbstständig sind?
Hat das irgendwas bei euch ausgemacht zu wissen, die haben vielleicht irgendwie mal ähnliche Themen dadurch, dass sie beide Unternehmen haben?
Ich glaube schon. Also es war ja natürlich nachher im Laufe der Gespräche, ist das ja auch erst herausgekommen.
Und dadurch haben sich schon so ein paar.
Parallelen ja aufgetan und gerade jetzt auf unsere Konstellation hin, auch mit der Firma zusammen, waren es ja noch viele Aspekte, die du ja nun selbst tatsächlich durchgemacht hast und aus Erfahrung auch teilweise ja berichten konntest.
Wisst ihr noch, wie viele Coachings wir hatten, beziehungsweise in welchen Abständen und wie wir das aufgebaut hatten?
Also wir waren zuerst zweimal, denke ich, zusammen da und haben danach dann aber jeweils.
Minimum zwei Einzelcoachings gehabt und sind dann wieder zusammen hier gewesen.
Aber genaue Zahl weiß ich nicht. Du?
Ne, könnte ich jetzt auch nicht sagen.
Ne, wir haben es auch nicht rausgesucht, wie viele es waren.
Aber das hat sich ja auch ein bisschen vermischt, weil wir haben dann ja auch nochmal ein paar Coachings in Richtung Unternehmen, Konflikte im Unternehmen, Führung im Unternehmen gemacht.
Also wir haben es da ja auch so ein bisschen vermengt, weil wir ja gesehen haben.
Dass auch das ein oder andere Stressthema aus dem Unternehmen dann eben einfach mal mitbringt und das ja auch zu Hause was macht, dass die Zündschnur kürzer ist und so weiter, wenn man einfach Unzufriedenheiten von der Arbeit mitschleppt.
Ja, absolut, ja.
War das denn für euch ein komisches Gefühl, als es in die Richtung Einzelcoaching ging oder wart ihr dafür offen von Anfang an?
Ne, eigentlich, ich würde meinen, es war eigentlich ein wichtiger Aspekt.
Sogar, dass uns eigentlich ziemlich schnell klar war, dass wir jeder für uns so Einzelthemen haben, die wir auflösen müssen.
Ich fand anfangs das Wort Auflösen immer spannend, weil ich das denke, was kommt da auf mich zu?
Was ist die Lösung?
Genau, was muss da gelöst werden?
Aber ich glaube, das war auch genau das Thema, dass wir ja beide nicht wussten, warum manche Sachen uns so triggern und so Kleinigkeiten.
Also das war. Oft, glaube ich, auch die Verzweiflung, dass es manchmal so Kleinigkeiten sind, an sich selbst gezweifelt und gesagt, warum regt mich das jetzt gerade auf, weil meine Frau das sagt oder das tut und man wusste es nicht.
Und das war ja am Ende tatsächlich in dem Einzelcoaching, haben sich da ja ganz viele Sachen erst geklärt, dass man sich am Ende, also ich mich selbst erstmal überhaupt dann verstanden habe und daraus dann in vielen Situationen viel ruhiger reagieren kann.
Also ich denke, es war tatsächlich. Der richtige Weg, dass wir zwischendurch uns einzeln mit dir getroffen haben, weil es uns schon irgendwo im Unterbewusstsein klar war, dass es nicht nur darum geht, wir zusammen, sondern dass auch jeder seine einzelnen Päckchen trägt.
Und das war uns schon irgendwie bewusst und das war ein super Weg, dass wir das so gemacht haben.
Wie habt ihr das erlebt im Einzelcoaching, dass manchmal die Sorge von Paaren, die zu uns kommen oder die anrufen. dass es passieren könnte, dass man ja in eine Befangenheit gerät.
dass man eher zu dem einen oder zu dem anderen tendiert
oder dass dann vielleicht so ein Gegeneinander entstehen könnte.
Wie habt ihr das erlebt?
Also ich würde sagen, die Bedenken waren sicherlich da.
Aber ich fand eigentlich immer in den Gesprächen,
dass du dich da sehr neutral verhalten hast.
Ich glaube, was auch immer man so denkt,
man kriegt dann eine klassische Beratung,
wo ich immer sage, eigentlich stellst du ja immer nur viele Fragen
und man beantwortet viel sich selbst
und dadurch wird einem viel erst bewusst.
Und dadurch war das eigentlich nie das Thema,
schon gar nicht du musst oder Sonstiges,
sondern es ist eigentlich immer nur Hilfen, Denkansätze gegeben worden
und man selbst ja eigentlich an sich arbeiten muss.
Und ich fand das immer sehr positiv, das mitzunehmen.
Ja, also nein, ich hatte eigentlich nie das Gefühl,
dass du dich auf irgendeine Seite schlagst,
sagen könntest.
Dafür waren wir auch ja generell nicht gegeneinander.
Wir sind ja schon zusammengekommen mit guter Absicht,
dass wir miteinander arbeiten wollen.
Und dementsprechend, uns war glaube ich auch beiden bewusst,
dass wir beide miteinander und aneinander arbeiten müssen.
Dementsprechend habe ich nie, ich habe wirklich immer gedacht,
du wirst uns schon helfen.
Sehr schön.
Andreas, du hast eben schon von Auflösen gesprochen und gesagt,
das fandest du erst mal spannend so als Wort.
Worum ging es?
Was ist bei dir im Einzelcoaching, was haben wir denn aufgelöst?
Ja, in der Sache hat sich dann herausgestellt,
was mir gar nicht so bewusst war,
dass eigentlich meine Eltern mich sehr stark geprägt haben.
Dass also der Umgang meiner Eltern miteinander
schon sehr stark eine Prägung für mich war.
Und dass ich das auf unsere Beziehung stark reflektiert habe.
Und dass das am Ende dann nachher auch viel die Triggerpunkte waren.
Also, dass du da so viel mitgebracht hast,
dass du in deiner Frau sozusagen etwas gesehen hast,
was dir gar nicht so klar war.
Wie ist eine Verbindung zu deinen Eltern?
Also, dass du Sachen nochmal erlebt hast,
wenn sie etwas zu dir gesagt hat,
was in dir angetriggert worden ist?
Oder wie meinst du das?
Na, am Ende war es schon stark das Thema,
dass bestimmte Dinge, ich sage, so möchte ich auf jeden Fall nicht sein.
So möchte ich das nicht, dass wir unsere Beziehung führen
oder meine Zukunft so aussieht.
Ja.
Und das heißt, es waren am Ende immer mehr,
also am Ende doch ich,
wo natürlich meiner Frau die Schuld gegeben hat, dass sie irgendwie,
aber es hat doch mehr mich getriggert,
als dass sie jetzt etwas Schlimmes getan hätte.
Ja.
Und seit ich diesem bewusst bin,
ja, sind glaube ich viele dieser Themen weggefallen.
Das ist super spannend,
weil das ja sehr häufig bei uns auch im Coaching immer ein Thema ist,
dass die Eltern einen doch mehr prägen,
als man manchmal einfach im Gefühl hat.
Weil man,
wenn man die positive Absicht hat,
ich möchte das anders machen
oder die sind ja weit von mir entfernt,
ich bin ein ganz anderer Typ
und es im Laufe des Lebens eigentlich dann erst so dazu kommt,
dass man irgendeinen Punkt nochmal hat,
dass man denkt, okay, krass,
das beeinflusst mich doch,
dieser Gedanke,
den habe ich doch noch viel tiefer in mir drin.
Ja, das ist da tatsächlich stark rausgekommen
und am Ende war es auch dieses Bewusstsein darüber.
Irgendwie konnte ich es zwar wiedergeben,
damals waren da so Punkte,
aber erst in den ganzen Gesprächen
hat sich dann das tatsächlich so rauskristallisiert,
dass es doch fundamental dafür ist,
für viele meiner Handlungen,
dass ich einerseits auch meine Stärken rausgezogen habe,
aber eben auch dann in dem Punkt meine Schwächen.
Ja, es wäre schön,
wenn das einfacher funktionieren würde,
dass man die eigene Beziehung dann anders lebt,
als vielleicht die der Eltern.
Das ist ja die erste Beziehung, die wir kennenlernen.
Sondern da reicht der Wunsch alleine meistens eben nicht aus.
Und wenn du diesen starken Wunsch hast,
dann triffst du auch automatisch auf eine Partnerin,
die die Punkte antriggert, die du lösen darfst,
um eine andere Beziehung führen zu können.
Das heißt, das ist dann der Weg, den du gehst.
Sonst funktioniert es nicht.
Also die Frage ist immer, wenn jemand sagt,
ich möchte ganz gern eine andere Beziehung führen,
was hast du dafür getan, gelernt, verändert,
damit das wirklich gehen kann?
Denn der Wunsch alleine reicht meistens nicht aus.
Susi, was haben wir bei dir im Einzelcoaching gemacht?
Ja,
da waren, es ging um, um Verlustangst.
Weil, wie gesagt, wir waren ein paar Jahre vorher schon getrennt.
Und da ging das dann doch von Andreas aus,
dass er gesagt hat, ich möchte nicht mehr.
Und das habe ich tatsächlich nie verarbeiten können die ganzen Jahre,
dass ich immer, wenn wir am Streiten waren,
immer das Gefühl hatte, so jetzt läuft das fast über und jetzt geht er.
Und das war so eine Sache, wobei dann rauskam diese
Verlustängste hatten nicht nur mit der aktuellen Situation zu tun,
sondern die kamen eben tief aus der Kindheit schon.
Dass ich da unbewusst immer wieder Verlustängste hingenommen,
hinnehmen musste.
Und die haben wir dann Stück für Stück bearbeitet und aufgelöst.
Und dieses Gefühl ist tatsächlich weg.
Also diese Verlustangst ist 100 Prozent weg.
Und ja, das glaube ich war so das Hauptthema, was ich hatte.
Hast du vorher schon mal an der Verlustangst gearbeitet?
Ja, ich habe schon mal an der Verlustangst gearbeitet.
Oder war das das erste Mal, dass du in das Thema tiefer reingegangen bist?
Nee, es war das erste Mal, dass ich da tiefer reingegangen bin.
Allerdings war mir in der Reflexion meiner Kindheit schon klar,
dass das nicht gut sein kann, was mit mir passiert ist in der Kindheit.
Dass das irgendwelche Auswirkungen mal haben könnte.
Und ja.
Ja, da sieht man wieder so, die Kindheit ist ja doch sehr entscheidend.
Ich habe gerade ein Kennenlerngespräch mit einem Paar gehabt.
Und dann hat er ja auch so ein paar Sachen erzählt.
Und dann dachte ich, ja, das sieht ganz stark aus,
als wenn wir mit dir oder mit beiden erstmal in Einzelcoachings starten
und uns mal ein paar Themen angucken, die er so mitbringt.
So in der Tiefe, was du da erzählst,
das deutet eigentlich auf die Kindheit irgendwo hin.
Und dann waren bei ihm so die Alarmglocken an.
Oh nein, Kindheit.
Und das macht man sich zu einfach,
dass man immer in der Kindheit Dinge erfindet
und sucht nach irgendwelchen Sachen, die dann heute irgendwas machen.
Das wirkte ihm zu einfach.
Aber das ist das Beispiel bei euch.
Zeigst du auch, es ist meistens so.
Also es ist schon so, dass es nicht um,
also es ging schon um meine Eltern,
aber es hatte was mit dem System zu tun,
dass ich also viele Jahre immer wieder weggeschickt worden bin zur Kur,
ohne elterliche Begleitung, wochenlang.
Es gab keinen Besuch.
Es durfte, ich wurde sogar von zu Hause abgeholt,
von fremden Menschen.
Und ich war sehr klein und das oft.
Und das, wie gesagt, meine Eltern konnten da gar nichts für.
Sie haben alles versucht.
Aber, ähm,
dass das in der Kindheit nicht gut sein kann,
das denke ich, wissen wir heute alle.
Und, ja.
Genau, das kommt halt auch mit dazu.
Die Eltern hat man natürlich als erstes,
wenn man das Wort Kindheit hört, so im Kopf.
Aber zur Kindheit gehören ja auch gerade heute auch noch viel mehr Personen.
Sei es die Leute im Kindergarten, die Erzieher und Erzieherin,
Lehrer, Lehrerinnen, aber auch einfach der Freundeskreis nachher,
die Nachbarn, das beim Sport jemand.
Also man hat ja doch sehr viele Berührungspunkte.
Und, ähm,
ich glaube einfach, jeder hat da eine positive Absicht gehabt.
Aber das auch ja wieder gerade heute ein Thema ist,
dass dieses System einfach auch schlecht sein kann
für ein ganz individuelles Kind, ne?
Genau.
Ja, man unterschätzt, wie schnell dann sowas was ausmachen kann.
Also das Thema Kur,
habe ich jetzt auch gerade im Einzelcoaching wiedergehabt.
Das ist mit drei, vier Jahren dann zur Kur geschickt worden.
Alleine.
Da werden entsprechende Maßnahmen durchgeführt.
Ähm, auch gleiches Ergebnis, Verlustangst, ne?
Ja.
Okay.
Ja, und was haben wir dann gemacht im anschließenden Coaching?
Also wir sind dann ja ins Paarcoaching wieder zurückgekehrt.
Ihr wart wieder beide da.
Erinnert ihr euch, was wir in den Paarcoachings dann gemeinsam gemacht haben?
Ja, wir haben dann zumindest immer wieder aktuelle Themen besprochen,
weil es lief natürlich noch nicht alles so ganz rund.
Also wir haben viel über,
über Konfliktlösungen gesprochen.
Wie löse ich einen Konflikt?
Ähm, das hat nicht immer gleich so gut geklappt.
Und wir haben dann wirklich einzelne Themen immer wieder aufgegriffen
und das hier nochmal besprochen.
Ähm, ja, um das weiterführend auch zu verbessern.
Das war, glaube ich, immer noch ein großes Thema.
Ja, was, glaube ich, auch immer gut geholfen hat,
ähm, dass du Florian eigentlich immer wieder angesprochen hast.
Das ist, ähm, man muss dran arbeiten.
Man muss es im Grunde auch wieder lernen,
seine, äh, Gewohnheiten ablegen.
Und, äh, so nach dem Schema, es wird Stück für Stück besser, nicht sofort.
Und das war eigentlich auch einerseits immer so ein bisschen verzweifelt,
dass wir immer gesagt haben, Mensch, kann doch nicht sein,
dass wir jetzt uns schon wieder über so eine Kleinigkeit streiten.
Aber andererseits haben wir doch gemerkt,
anfangs mit kleinen Schritten und die Schritte wurden immer größer,
dass wir tatsächlich es immer besser lösen konnten
und früher angesetzt haben.
Dass es dann nicht erst zu einem großen Streit sich aufgestaut hat.
Ja.
Ja.
Ja.
Dann haben wir noch mal so ganz grundlegende Sachen besprochen,
so wie so Systemgesetze.
Also du hast viel wirklich uns so Grundlagen zu dieser Zeit an die Hand gegeben,
warum gewisse Sachen klar sind, warum ich sie so sehe,
warum Dres sie so sieht.
Ähm, das hat uns schon, schon viel weitergebracht,
das aufzubröseln, wo es herkommt.
Ich erinnere mich an das Thema Brillen.
Über die haben wir auch noch mal intensiver gesprochen, ne?
Ja, so welche Brille.
aufgesetzt hat und da so
vor Annahmen hineingeht und
Da hatten wir auch so ein Beispiel, wo wir das hier ja auch mal zusammen gemacht haben und du hast dann ja Susi einmal so versucht, das so auszudrücken, wie du es in dem Moment gemacht hast und fühltest dich total wertschätzend in deiner Haltung und Andreas und ich saßen da und sagten, oh, das kommt gar nicht so wertschätzend rüber, also in den Worten schon. Verbal war alles gut, aber nonverbal merkte man, da steckt irgendwas hinter.
Genau, an diesem Thema Wertschätzung haben wir tatsächlich auch noch weiterhin viel gearbeitet, wie man das besser macht, also ja.
Ja, das eine ist die Ursachen lösen, das andere ist die Gewohnheiten, in denen man dann drinsteckt, durch neue Routinen in neue, schönere Gewohnheiten hineinbringen und das ist genau, wie ihr es sagt, man merkt dann erst im Nachhinein zusammen, oh, es schießt gelaufen, hätten wir anders machen können, das ist schon mal gut.
Beim nächsten Mal merkt man es nochmal ein Stück früher und merkt das mittendrin, einer hebt die Hand und sagt, wir sind aus der wertschätzenden Haltung rausgekommen.
Wir sind ausgerutscht, lass uns nochmal gucken, wann es gut war, neu ansetzen und irgendwann kommt man an den Punkt, wo man ganz frühzeitig merkt, die wertschätzende Haltung ist gerade nicht da, wir müssen da irgendwie nochmal eine Minute Zeug spulen oder so, ne?
Mhm.
Ja. Hat die Corona-Pandemie bei euch irgendetwas gemacht, also hat euch das in irgendeiner Weise negativ beeinflusst oder würdet ihr sagen, das war jetzt nicht so relevant für euch?
Nee, also bei uns war es eigentlich eher andersrum.
Wir haben die Ruhe, die dadurch ein bisschen eingetreten ist, nicht so viele Termine drumherum, jedes Wochenende mit irgendwas belegt, haben wir sehr positiv wahrgenommen.
Also in dem Punkt sind wir uns tatsächlich dann näher gekommen, also ich würde auch sagen, wir hatten jetzt nicht deswegen mehr Streits oder sowas, im Gegenteil, wir sind eigentlich beide dadurch runtergekommen und hatten die Ruhe, uns damit zu beschäftigen.
Auch so mit ganz einfachen Sachen, dann wirklich so eine Fahrradtour zu machen und ein Picknick zu packen und haben uns tatsächlich daran gefreut.
Ich glaube, dann die Zeit noch intensiver zu nutzen mit so ganz kleinen Sachen, also mit keinem großen Vergnügungspark, sondern mit einem Picknickausflug.
Also eigentlich hat uns unsere Beziehung der Corona-Pandemie ganz gut getan.
Also es ist schon ungefähr anderthalb Jahre her, dass wir das Coaching abgeschlossen haben. Wie hat sich eure Beziehung nach dem Coaching verändert?
Ja, sie hat sich. Ja. Ganz verändert. Also wir haben das viel ruhiger zu Hause, was auch wir zu Anfang angeschoben haben, also auch ein paar Strukturen zu verändern, also regelmäßige Essenzeiten, ein bisschen auch praktischere Sachen zu besprechen und Andreas hat auch sein Arbeitspensum reguliert.
Also wir haben so ganz praktische Sachen umgesetzt, die sind auch bis heute so geblieben. Da sind wir auch ganz stolz drauf, dass wir das durchhalten konnten so.
Und ansonsten gibt es natürlich. Es gibt natürlich immer mal wieder Konflikte, die wir aber mittlerweile viel besser lösen und viel früher lösen und wirklich uns selber, was glaube ich ein großer Unterschied ist, dass wir selber uns reflektieren. Das haben wir früher nicht gemacht. Früher war definitiv der andere schuld.
Und heute ist es so, dass wir uns wirklich hinterfragen, warum reagiere ich so? Welcher Wert ist für mich gerade verletzt?
Oder welche Brille habe ich gerade auf?
Dass wir das wirklich jeder für sich selbst tatsächlich tun und hinterher gut drüber reden können und eigentlich die Konflikte immer auflösen können. Also die ganze Sache ist viel, viel runder. Wie gesagt, es ist nicht so, dass wir keine Konflikte mehr haben. Dadurch sind diese Problematiken, dass wir beide Führungspositionen haben, die sind immer da und das ist auch gut so.
Aber ja, es ist deutlich. Es ist deutlich ruhiger geworden bei uns.
Hat sich was im Zusammenhang mit eurer Tochter verändert? Wie war das so für sie, dass ihr als Paar jetzt anders seid oder anders aufgestellt seid?
Also als sie klein war, hatten wir immer so eine Hochburg. Da war das tatsächlich, dass es auf sie sehr. Da haben wir wenig Rücksicht genommen, nenne ich das mal.
Dann, ich glaube, so unsere letzten Konflikte haben wir wenig mit ihr zusammen ausgetragen.
Aber schon.
Und sie nimmt es auf jeden Fall auch positiv wahr. Also sie merkt es ja schon, zumal wir auch miteinander auch sprechen.
Sie ist ja 20 Jahre jung, da ist das dann auch. Ist was anderes, na klar.
Genau, da spricht man auch schon offen über solche Themen. Und eigentlich hat sie sich immer als guter Vermittler auch dargestellt.
Also sie spricht uns beiden, glaube ich, immer gute Worte zu und so wird schon und man.
Also das ist schon. Schön so eigentlich.
Und wir haben sie auch immer mit einbezogen. Also wir haben auch diese, zum Beispiel diese Werte, na Ermittlung will ich das mal sagen, haben wir tatsächlich zusammen gemacht mit ihr.
Auch was sie für Werte hat und da ist sie wirklich sehr, sehr offen für.
Und wir haben generell unsere Problematik nie versteckt, auch vor unseren Freunden und Bekannten nicht.
Und kriegen halt wirklich ganz viel Zuspruch, dass wir es geschafft haben.
Und da ist sie mittendrin.
Dass sie, glaube ich, auch so ein bisschen stolz ist auf uns, dass wir das so angegangen sind und auch geschafft haben.
Erzähl mal, was ihr mit den Werten gemacht habt, weil das haben wir nicht im Coaching gesprochen.
Weil ich weiß, da seid ihr dann nämlich nach dem Coaching selber nochmal angegangen und habt gesagt, da sind nochmal so ein paar Themenbereiche, da können wir nochmal selber ran.
Das kam tatsächlich aus einem Podcast heraus von euch, dass wir ihn gehört haben und dass wir gesagt haben, mit diesem Thema würden wir uns gerne mal beschäftigen.
Ja, genau.
Für Zeit genommen und wie gesagt mit unserer Tochter zusammen.
Und dann haben wir online geguckt, was gibt es für Möglichkeiten, so Werte rauszufinden.
Das ist ja gar nicht so einfach.
Und dann haben wir eine Seite gefunden, da konnte man so erstmal viele aussuchen.
Ich glaube Top Ten.
Und dann wurde immer wieder gefragt, was ist das Wichtige oder das Wichtige.
Und so hat sich die Werte wirklich auf die letzten Top Drei herauskristallisiert.
Und am Ende konnten wir alle sagen, ja, das so.
Wenn ich so ernsthaft drüber nachdenke, ja, doch das ist das, was mich anspornt und am Ende auch triggert.
Und dann war es eigentlich ganz lustig, dass wir dann schnell auch so Situationen jeder parat hatten, wo wir gesagt haben, stimmt, wenn das und das ist, jetzt weiß ich auch, warum ich mich getriggert fühle.
Weil das ist der Wert und das ist der Wert.
Und so sind wir dann eigentlich in den letzten Wochen, Monaten auch viel immer darauf eingegangen, wenn wir irgendwo doch Streitigkeiten hatten.
Oder Konflikte, dass wir dann versucht haben zu reflektieren, welchen Wert hast du gerade verletzt oder ist bei mir jetzt gerade verletzt vielmehr.
Und ja, und schon kommt man schnell wieder dahin und sagt, ah ja, stimmt.
Und warum ist das eigentlich so, ne?
Es war generell sehr, sehr spannend, sich mit sich selbst zu beschäftigen.
Welcher Wert ist mir wirklich wichtig?
Und da sind wirklich viele Sachen so aufgekommen, die man selber von sich selber gar nicht so wusste und der Partner schon gleich gar nicht.
Und das ist, ja.
Es war ein ganz spannendes Thema.
Es war ein ganz spannender Abend.
Wir wollten nur mal kurz und dann waren es nachher ein paar Stunden.
Und unsere Tochter hatte das schon mal vor ein paar Jahren in einem Jugendcamp gemacht irgendwie und hat das wiedergefunden, die Werte von damals und hat es jetzt dann verglichen.
Es war wohl auch sehr, sehr spannend für sie, dass sich die Werte einfach auch verändern.
Ja.
Je nach Lebenssituation.
Das ist ja immer sehr interessant zu schauen, ob ihr die Werte, die ihr so aufschreibt, ob ihr sie auch wirklich lebt.
Aber es ist auch sehr interessant.
Nach 30 Jahren Beziehung dann zu merken, man wusste seine eigenen Werte gar nicht so richtig und die des anderen auch nicht.
Aber eigentlich müsste das ja so das Erste sein, was man so im Laufe des ersten Kennenlernjahres mal miteinander abgleicht.
Ja.
Also was da tatsächlich ist, ich glaube auch so aus der Beziehung heraus, dass man immer sich verletzt fühlt, weil man immer sagt, der andere muss mich doch kennen.
Und das fand ich sehr aufschlussreich.
Man sagt, ja, jetzt lernt man sich selbst erst kennen, hat aber immer die Erwartungshaltung gehabt, wie kann der andere das machen oder sagen?
Mit verletzt er mich doch und das muss er doch wissen.
Ja.
So, aber am Ende wusste man selbst nicht, warum man sich verletzt fühlt.
So ein bisschen was wie mit den Sprachen der Liebe.
Ja, das war auch ein ganz spannendes Thema.
Ich weiß nicht, soll ich da eine Anekdote zu erzählen?
Ja, gerne.
Ich habe einen Kuchen gebacken.
War es schon ein Herzchen?
Nein, es war, glaube ich, ein Kuchen.
Und da habe ich. Kleines Herz drauf.
Ja, es war ein Herz drauf mit Farbe oder irgendwie.
Auf jeden Fall habe ich ein Herz drauf gemalt und ganz in Hektik.
Und Andreas kam nach Hause und ich noch ganz schnell und den Kuchen dann hingestellt und er schneidet den Kuchen an und isst ihn ganz genüsslich.
Und ich war natürlich extremst enttäuscht, dass er dieses Herz nicht gesehen hat.
Es war wirklich in einer unserer Hochphasen.
Ich glaube, sogar noch vor den Sitzungen oder dabei, ich konnte das nicht verstehen, warum man sowas nicht sehen kann.
Und dann, da sind wir dann auf dieses Thema Sprachen der Liebe gekommen, dass das überhaupt gar nicht seine Art und Weise ist.
Und ich habe ihm immer Zettelchen in die Brotdose.
Die Geschichten, dass das relativ an ihm vorbeigegangen ist.
Andersherum, dass wir dann darüber gesprochen haben, welches seine Sprache der Liebe ist, was ich bis heute auch nicht wusste.
Also bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass es für ihn wichtiger ist, Zeit zusammen zu verbringen, einen Sonnenuntergang sich zusammen anzugucken.
Das ist überhaupt gar nicht meine Sprache der Liebe.
Mir ist es wichtig, tausend tolle Fotos von diesem Sonnenuntergang zu machen.
Da haben wir auch schon diverse Male Sonnenuntergänge geguckt, die nicht sonderlich rund verliefen, weil wir es nicht wussten.
Das war wirklich ein ganz, ganz spannendes Thema und heute wissen wir das und dann sage ich, du, ich habe dir ein Herz drauf gemalt, guck mal. Also es war sehr, sehr spannend, dieses Thema.
Die Sprache der Liebe finde ich als Thema auch immer selber auch super interessant im Coaching und gar nicht selten sitzen halt auch Paare da und wenn ich das dann vorstelle, das Konzept und wie das ist und die verschiedenen Sprachen der Liebe und ich dann auch mal frage, was denkst du denn, welche Sprache der Liebe sprichst du denn?
Es ist gar nicht selten, dass die Person sagt, ich muss das mal kurz nachdenken.
Also alle fünf hören sich ja erstmal gut an, also es ist ja eigentlich nichts dabei, wo man sagt, okay, mag ich gar nicht so unbedingt, aber da zeigt sich ja auch wieder, wenn man selber gar nicht weiß, welche Sprache der Liebe man selbst spricht,
wie man das dann auch mal nachdenkt.
Wie soll man das denn bei anderen erkennen können und wie soll das dann matchen und das ist immer auch eine große Erkenntnis, ja.
Also das weiß ich auch, dass das bei uns das auch Thema, dass ich mich ja auch erstmal gar nicht zurechtgefunden habe und aber auch gleichzeitig die Angst, jetzt sag bloß nichts Falsches.
Ja und das haben wir dann ja daraus gearbeitet und am Ende war es ja auch das Thema, dass es in Ordnung ist, also es ist normal, dass nicht jeder die gleiche Sprache spricht.
Absolut.
Und fand ich das für mich persönlich ein schönes Gefühl, dass man sagt, ja stimmt, meine Frau darf so sein und so denken darüber und ich darf genauso und ja und wie Susi schon sagte, seit wir das wissen, können wir das schon oft mit Humor nehmen, dass wir eigentlich genau diese Situation, wo wir sagen, komm, ja früher wäre es zum Konflikt gekommen oder zu einer Enttäuschung auf jeden Fall und heute ist es so, dass wir sagen, ja guck mal, da ist er wieder ein kleiner Mensch.
Ja.
Ja, da habt ihr ja gute Punkte angesprochen, also einmal dieses, man darf verschieden sein, das ist bei den Werten ja auch so, interessant ist, das macht es ja auch spannend eigentlich, wäre ja auch total langweilig, wenn ihr exakt die gleichen Werte hättet, exakt die gleiche Sprache sprechen würdet, das wäre ja auch irgendwie überhaupt nicht spannend und man darf trotzdem noch Konflikte haben, also die sind ja nicht weg, sondern was sich verändert, ist der Umgang damit, genauso wie die Sprache in der Liebe,
die Sprache in der Liebe verschieden bleiben und man irgendwie nicht versucht, den einen so zu drehen, dass er genauso ist wie der andere oder sowas oder man sich gemeinsam auf irgendwas Neues einigt, wo man sagt, dann nehmen wir, wenn du die sprichst und du die, dann lass uns eine dritte nehmen, sondern dass man sagt, das ist in Ordnung, dass das verschieden ist, aber ihr lernt damit so umzugehen und Konflikte so zu lösen, Sprachen der Liebe so aufzunehmen, wahrzunehmen, dass das was bei euch macht und verändert.
Wie merkt ihr das konkret im Alltag?
Auf jeden Fall, dass wir, wie gesagt, die Konflikte früh ansprechen und versuchen, alle anzusprechen. Ich habe dich irgendwann mal in unserer Hochburg gefragt, soll ich jetzt jede Kleinigkeit, die mir ein ungutes Gefühl macht, ansprechen? Da hast du gesagt, ja, auch wenn es tausendmal am Tag ist, ja, irgendwann wird es weniger und das habe ich eingebrannt in meinem Gehirn und das, wie gesagt, es klappt nicht hundert Prozent, aber viel, viel, viel besser als es früher war.
Und wir merken, dass uns das gut tut, dass wir nicht lange aufstauen, sondern wirklich zeitnah ansprechen oder aber auch aus Konflikten auch mal rausgehen, dass wir sagen, es macht jetzt keinen Sinn, das weiter zu besprechen, wir kommen da nicht weiter, lass uns das jetzt erstmal ruhen und nächsten Tag nochmal drüber sprechen. Also auch das hat uns sehr viel weitergebracht. Man muss nicht das immer zeitnah lösen, dass es manchmal einfach nicht geht.
Gerade wenn man es zu zweit macht und eine Befangenheit drin ist, dann ist es ja manchmal eben auch sehr schwierig. Das ist ja bei uns nicht anders. Nur weil beide die ganzen Methodiken voll beherrschen, heißt das nicht, dass man das jedes Mal zu hundert Prozent umgesetzt bekommt, sondern wenn man dann eben befangen ist, weil man selber gefühlsmäßig involviert ist, dann kann das auch anders laufen.
Dann braucht man eben auch mal diesen Punkt, wo man sagt, lass nochmal neu ansetzen, lass uns das mit Dieter vom Hanseatischen Institut machen, lass uns das mal da durchführen oder sowas.
Weil wir beide wissen, das spart uns so viel Zeit und Nerven, wenn wir das so auf dem Wege angehen, anstatt dass wir jetzt irgendwie auf Teufel kommen raus, versuchen irgendeine Lösung herbeizuführen.
Also ich würde schon sagen, dass es tatsächlich das Beste ist, was uns passieren konnte, dass es genau das war, was wir brauchten. Auch wirklich mit Sachen, die gut nachvollziehbar waren, also wirklich auch wie die Sprache der Liebe oder wie Systemgesetze, so Sachen, die man auch greifen kann, die nicht einfach nur immer nur Gerede und Gerede, sondern wirklich auch Sachen, die man nochmal nachlesen kann oder wie löse ich einen Konflikt.
Das ist ja relativ klar strukturiert. Was soll ich tun? Also das würde ich wirklich jedem empfehlen, wenn er an diesem Punkt ist, einmal mal ein Beratungsgespräch zu machen, weil uns hat es extrem viel geholfen und ich denke, dass wir da über den Berg sind, dass wir glaube ich keine Hilfe mehr brauchen. Wir sind also wirklich da gut aufgestellt und ja.
Sehr schön. Vielen Dank, ihr zwei, dass ihr heute da wart und auch, dass ihr hier im Podcast seid.
eure Geschichte teilt.
Das mag ja auch nicht jeder tun.
Genau, vielen Dank für die Offenheit.
Also, was ich noch hätte, eine Sache,
die uns sehr geholfen hat.
Ist mir noch eingefallen. Ja, ergänz mal.
Also, was uns eigentlich
sehr geholfen hat, waren, wir haben
ziemlich am Anfang Karteikarten geschrieben.
Jeder hat so seine
Punkte angeschrieben,
die er wichtig fand,
wie er die Dinge verstanden
hat auch, weil das ja auch am Anfang Thema
war, dass wir manchmal ja auch die, ich nenne es mal
die Lösungsgesetze, nicht beide
auch den gleichen Blick darauf hatten.
Und die haben
wir dann zusammen weggelegt,
haben wir so eine Box und die haben wir eigentlich mal regelmäßig
wieder rausgeholt. Also, gerade wenn wir gemerkt haben, Mensch,
wir haben da so ein, zwei Punkte und dann
haben wir diese Karteikarten so Stück für Stück auch aussortieren
können. Dass wir gesagt haben, guck mal, das ist für uns gelöst.
Das wollen wir auf jeden Fall nochmal angehen, da sprechen
wir mal heute nochmal drüber. Und
so war unter dieser Stapel
immer weniger.
Und das hat uns immer sehr
viel geholfen, weil wir uns daran festhalten konnten und auch
immer eine Basis hatten, wo wir sagen, guck mal,
darüber können wir konkret reden.
Das war doch damals so.
Und das würde
ich jedem nur ans Herz legen. Also uns hat es
auf jeden Fall sehr geholfen.
Ist ja auch visuell motivierend, wenn diese
Box immer leerer wird.
Und dann hatten wir ja eingangs schon gesagt, das ist,
wo wir drüber sprachen
vor dem Podcast jetzt,
es ist gar nicht mehr so einfach, die Blickwinkel von
früher einzunehmen. Also nochmal zu schauen,
warum hat man denn sich damals
darüber und worüber gestritten?
Und wenn das sich im Basisgefühl verändert hat,
dann kann man sich da gar nicht mehr so gut hineinversetzen
in das alte Gefühl, was man hatte.
Also, so soll es ja auch
sein. Sehr schön.
Vielen Dank, dass ihr da wart.
Gerne. Hat uns Spaß gemacht.
Uns auch. Ja, vielen Dank.
Wir hören uns dann in der nächsten
Folge wieder. Bis bald. Bis dann.
Musik
Musik
Musik
Musik
Musik
Untertitelung des ZDF für funk, 2017
Podcast Summary
Key Points:
Das Paar, bestehend aus Susi und Andreas, hat nach 30 Jahren Beziehung durch Coaching ihre Kommunikation und Beziehungsfähigkeiten verbessert.
Beide haben selbstständige Berufe, was zu Zeitdruck, Stress und häufigen Streitereien geführt hat – ein typisches Muster bei Führungspersonen.
Vorherige Eheberatung war nicht nachhaltig, da sich Konflikte allmählich akkumulierten und das Paar sich hilflos fühlte, obwohl die Liebe vorhanden war.
Im Einzelcoaching konnten beide ihre eigenen Wurzeln erkunden
Durch das Erkennen von Werten und der Sprache der Liebe wurden Konflikte bewusst reflektiert und umgeformt.
Die Beziehung wurde ruhiger, indem sich beide auf die Selbstreflexion konzentrierten und Konflikte frühzeitig ansprachen.
Die Karteikarten, die beide bei der Entwicklung von Lösungen verwendeten, dienten als konkrete, visuelle Unterstützung zur Verbesserung der Beziehung.
Die Corona-Pandemie führte zu mehr Ruhe und gemeinsamen Aktivitäten, die das Vertrauen und die Nähe im Paar stärkten.
Summary:
Susi und Andreas, ein Paar mit 30 Jahren Beziehung und mehr als 25 Jahren Ehe, beschreiben ihre Transformation durch Coaching. Beide sind selbstständig und haben durch die hohe Verantwortung in ihren Berufen viel Zeit- und Stressdruck, was zu wiederholenden Streitereien führte. Eine frühere Eheberatung half nicht, da Konflikte sich allmählich akkumulierten.
Im Coaching konnten sie ihre individuellen Wurzeln erkennen: Susi verarbeitete Verlustängste aus der Kindheit, Andreas entdeckte Elternprägungen, die seine Reaktionen beeinflussten. Durch das Erkennen von Werten und der „Sprache der Liebe“ wurden Konflikte bewusst reflektiert und die Beziehung stärker miteinander verbunden. Beide erwähnen, dass sie jetzt frühzeitig über Streitigkeiten sprechen, sich selbst reflektieren und weniger auf die andere reagieren.
Besonders hilfreich war das System der Karteikarten, bei denen beide ihre früheren Konflikte dokumentierten und schrittweise auflösen konnten. Die Corona-Pandemie führte zu mehr Ruhe und gemeinsamen Aktivitäten, die die Beziehung stärkten. Die gemeinsamen Werte, die mit ihrer Tochter gemeinsam gefunden wurden, wurden auch als Grundlage für Verständnis und Zusammenhalt genutzt.
Die Beziehung ist heute ruhiger, stabiler und mit mehr Selbstwissen und gegenseitigem Verständnis verankert. Die beiden sehen Coaching als entscheidenden Meilenstein, der ihnen ermöglicht hat, aus einer Spirale der Konflikte herauszukommen und eine authentischere, wertschätzende Beziehung zu etablieren.
FAQs
Sie hatten seit Jahren immer wieder kleine Streitigkeiten, die sich zu größeren Konflikten entwickelten. Obwohl sie liebevoll miteinander lebten, fühlten sie sich hilflos und konnten nicht mehr auf Dauer zusammen funktionieren.
Beide haben online nach Coaching gesucht, etwa über Google, und gleichzeitig das gleiche Coaching entdeckt. Sie hatten bereits eine Eheberatung gemacht, aber die Lösung war nicht nachhaltig.
Susi arbeitete an Verlustängsten, die tief in ihrer Kindheit wurzeln. Andreas entdeckte, dass seine Eltern ihn stark geprägt haben, was ihn in seiner Beziehung verletzt hat.
Sie sind heute ruhiger und verstehen sich besser. Sie reflektieren gemeinsam, warum sie sich verletzen, und lösen Konflikte frühzeitig. Die Werte und die Sprache der Liebe sind nun bewusst erkannt und respektiert.
Die Sprache der Liebe beschreibt, wie Paare ihre Nähe und Anerkennung ausdrücken. Susi malt Herzchen, Andreas genießt Sonnenuntergänge – beide merken, dass sie unterschiedliche Wege haben, aber das ist kein Problem.
Sie fanden gemeinsam mit ihrer Tochter Werte heraus, indem sie Online-Tools nutzten. Die Top-3 Werte wurden klar, und sie nutzen sie heute, um Konflikte zu reflektieren und den Ursachen aufzuspüren.
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