5.1 Burn-out-Symptome erkennen – wenn Stress zur Belastung wird
from losleben.stories
10m 54s
Burnout entsteht nicht durch kurzfristige Stresssituationen, sondern durch chronisch hohe Belastung, die die Regenerationsfähigkeit des Körpers überlastet. Im Gegensatz zu kurzfristigem Stress, der bewältigt werden kann, führt ein dauerhafter, ungesteuertes Stressniveau zu einer pathologischen Entspannung und emotionaler Erschöpfung. Der Podcast erklärt, dass die „Always On“-Kultur – insbesondere durch ständige Erreichbarkeit im Homeoffice – einen entscheidenden Beitrag zum chronischen Stress leistet. Persönlichkeitseigenschaften wie Perfektionismus erhöhen das Risiko. Wichtige Schutzfaktoren sind gesunde Grenzen, digitale Resilienz und bewusste Selbstfürsorge. Bewegung und Sport werden als wirksame, medizinisch nachgewiesene Unterstützung für psychische Gesundheit dargestellt. Besonders effektiv ist die Bauchatmung als sofortige, allgemein anwendbare Technik zur Reduktion der Herzfrequenz und Entspannung. Präventive Maßnahmen wie Mindfulness-Trainings oder Stressbewältigungskurse werden empfohlen, um Burnout vorzubeugen. Der Podcast rät, bereits bei frühen Stresszeichen auf konkrete Maßnahmen zu reagieren und Therapie bei Anzeichen von Burnout zu suchen. Die wichtigsten Hinweise zur Erkennung und Vermeidung von Burnout werden im Abschlussartikel „Stress erkennen, Burnout vermeiden“ detailliert erklärt.
Lose-Leben-Stories
Ein Podcast der Wiener Städtischen
Herzlich willkommen zum Lose-Leben-Stories-Podcast der Wiener Städtischen.
Wir alle kennen Stress.
Deadlines, Mental-Load, volle Kalender.
Aber wann gibt der normale Wahnsinn in eine Krankheit?
Darüber spreche ich heute mit Severin Stephanelli, Psychotherapeut aus Wien.
Schön, dass du da bist, Severin.
Danke für die Einladung.
Severin viele Hörerinnen und Hörer fühlen sich dauerhaft erschöpft.
Wo verläuft eigentlich medizinisch die Grenze zwischen einfach viel zu tun und einem echten Burnout?
Einfach viel zu tun im Unterschied zum Burnout würde bedeuten, Belastungen oder Stressoren
ausgesetzt zu sein, die man jedoch zeitnah auf der einen Seite bewältigen, so wie auch
verarbeiten kann und auf der anderen Seite von der man sich auch wieder vollständig regenerieren kann.
Bedeutet, dass der Stress nach Bewältigung wieder auf ein gesundes Grundspannungsniveau fällt
und man in eine psychophisologische Beziehungsweise auch emotionale, emotional ententspannungszustand kommt.
Beim Burnout hingegen ist man zu lange auf einen Seite zu intensiv und auf der anderen Seite
auch chronischen Stressoren ausgesetzt, die man objektiv, aber auch subjektiv nicht mehr
bewältigen kann und von denen diese Regenerationsfähigkeit eben nicht mehr möglich ist.
Heißt pausen, Wochenenden, Freitage oder auch kurzerlaube haben keinen oder nur in den niedrigen Regenerationseffekt
und das Grundspannungsniveau bleibt erhöht und man brennt unter dieser chronischen Belastung aus.
Chronisch über diese Belastungsgrenze hinauszugehen kann dann eben ein Burnout auslösen.
In anderen Worten beim Burnout befindet man sich chronisch im roten Bereich, man brennt eben aus.
Wenn wir uns das zu vorstellen, wenn wir uns am Auto fahren und hier und damals in den roten Bereich der Drehzahlen hineinkommen,
wird das dem Auto nichts machen.
Wenn wir aber regelhaft und chronisch in diesem roten Bereich fahren, wird es uns nicht wundern,
wenn das Auto irgendwann stehen bleibt und die Weiterfahrt verweigert.
Irgendwann ist diese Belastung zu lange zu hoch und Organismus zieht und dann fängst Zeichen die Reisleine.
Das ist eine radikale Gegenregulation zur Überforderung
und der Organismus schickt einen in die pathologischen Entspannung, in die krankhafte Entspannung.
Die erschöpfenste Präsion, man kann das insofern als eine sehr intensive Schutzreaktion zur Überforderung sehen,
wie beispielsweise auch Angst, Panik, Dissoziation oder Wutersbrüche,
die zur Bewältigung von Objektiv oder Subjektiv über lebensbedrohlichen Hochstresssituationen da geboten wird.
Es ist jetzt klarerweise um Stress gegangen und unsere Kultur wird zunehmend stressiger,
der kommt mir vor. Man denke nur an die Handys, zum Beispiel die uns die ganze Zeit begleiten.
Wir brauchen Nachrichten von früh bis spät. Man könnte das als Always On-Kultur bezeichnen.
Wir haben Homeoffice, wo wir quasi halt unser Zuhause auch zu unserem Betrieb oder zu unserer Arbeit machen.
Das ist das eine. Gibt es denn auch bestimmte Persönlichkeitstypen, etwa Perfektionist*innen,
die anfälliger für Burnout sind?
Ja, grad, wenn zum Always On-Kultur oder Perfektionist*innen geht es das kein Entweder oder sondern mehr nenund,
weil beides Prädispositionen also bedingende Faktoren sein können, die das Risiko für ein Burnout oder an einem Burner zur Krankenhöhnen.
Auf der einen Seite ist natürlich die ständige Erreichbarkeit der Always On-Kultur sowohl beruflich,
also privaten Belastungsfaktor, den natürlich negativ einen Einfluss auf unseren chronischen Stresslevel haben kann oder hat.
Dieses ständige Alarmbereitschaft reagieren zu müssen, Erreichbar zu sein, auf Inhalte reagieren zu müssen.
Diese konstante Erwartung eben erreichbar oder reagieren zu müssen, ist Stress.
Hier braucht es vor allem, wenn bewusst sind und auch die Kompetenz für den eigenen Konsum auf der einen Seite.
Da sprechen wir von der digitalen Resilienz, aber auch eine gesunde Selbstfürsorge in Form von gesunden Grenzen.
Zeidräume zum Beispiel zu schaffen, indem man sich erlaubt, nicht sofort verfügbar sein zu müssen, sich auszeiten zu geben, beruflich aber auch privat.
Das ist zum Beispiel auch der Grund, wie so einsam mit einem Berg mitten in der Natur, fernab von Funkzellen und Reiz überflut und gerade so beliebt auf der einen Seite und kaum noch Buchbar sind.
Das war vor ein paar Jahren noch ganz anders.
Und das betrifft natürlich auch das Thema Homeoffice. Auf der einen Seite kann ich total nachvollziehen, dass es Zeitsparende ist und dass es entlasten sein kann, von zu Hause zu arbeiten.
Dieses Organisatorisch einfach auch manchmal leichter ist.
Andererseits kann es aber auch dazu kommen, dass ich diese beruflichen Belastungsvergarn und das Privatleben zu sehr vermischen auf der einen Seite.
Und auf der anderen Seite das private Konflikte mit der Berufswelt kollidieren.
Und gerade der Heimweg beispielsweise, als einfaches Beispiel aus dem Büro nach Hause, kann Püchehygienes sein, der eine gesunde Abgrenzung von Beruf und Privatleben begünstigt.
Das heißt, der Heimweg oder der Weg zum Büro ist eigentlich so eine Möglichkeit, wie ich mich mal kurz entspannen kann auch.
Genau, wie ich runterkommen kann, wie ich die Belastungsvergarn aus der Arbeit irgendwo am Weg zurücklassen kann und mir und meinem Organismus meinem Hirn auch die Möglichkeit geben,
diesen Transfer von Berufswelt ins Privatleben möglichst gesund zu gestalten.
Und wenn ich im Homeoffice arbeite und den Laptop zuglappe und dann direkt die Bedürfnisse meiner Kinder oder meiner Partnerin befriedige,
kann es sein, dass es dazu knapp ist und dass der Einstressor aus der beruflichen Welt eben in ins Privatleben überkippt.
Wenn ich jetzt betroffen bin, das heißt, wenn es mir wirklich schlecht geht, wenn ich dauer gestresst bin, so wie du das beschrieben hast,
wenn ich auch am Wochenende oder in Urlauben nicht mehr runterkommen kann, dann könnte ich mir denken, ich suche jetzt eine Therapie.
Das Problem bei Therapien ist ja, dass es oft dauert, bis man wirklich einen Kassenplatz bekommt, was kann man denn in der Zeit machen?
Gibt es da preventive Angebote, die man nutzen kann?
Preventive Angebote wie Stress bewältigungskurs gibt es viel, das Boom gerade auf Social Media und wird hoffenweise Angeboten.
Und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass man gerade, wenn man an einem Leidenszustand wird, im Burnard ist eine schnelle Lösung wünscht.
Ich würde trotzdem empfehlen, eher auf Qualität zu achten, als lauten und schnellen Reels zu folgen, die da im den Social Media um und dumm schweren.
Ganz generell kann ich empfehlen, dass MBSR, das Mindful-Based Stress Reduction Training von Kapazin, das in Österreich sehr oft angeboten wird, auch von Therapeutinnen oder andere fokussierte Kurser, fokuss auf Entspannung, Atmung oder Achtsamkeit.
Hier kann ich beispielsweise auch ein bisschen in Eigenwerbung, das Mindful Body Studium Sinten bezieher empfehlen, bei dem ich als Therapeut mit einem Team aus Verhaltenstherapeuten und klinischen Psychologinnen sehr niederschwellig angeboten zu psychischen Gesundheit, aber auch zur Stressbewältigung anbieten und eben auf Bewegungsangebote parallel aufgebaut sind.
Bewegung generell, Sport und Bewegung, gerade bei Stress oder psychischer für die psychische Gesundheit sehr schnell wirksam und ganz, ganz wichtig.
Er senkt den Grundstress-Spiegel, lässt uns entspannt motiviert, ausgeglichen Füllen, Stimmungsaufhälend, Angstlösend, Studien haben auch gezeigt.
Ähnlich antidepressiv wie gewisse Medikation, Inkombination mit Verhaltenstherapie, wirkt sogar Schmerzstillingen und Leistungsfördernd und noch vieles mehr.
Das heißt, Sport als eigentlich eine der wichtigsten Medizinen für in diesem fallerpsychischer Erkrankung.
Ja, genau. Wenn ich jetzt noch nicht so weit bin, wenn ich aber jetzt merke, ich sitze im Büro, ich laufe heiß, ich komme nicht mehr runter.
Hast du da eine effektive Sofortmaßnahme, die jeder von uns umsetzen kann?
Tolles Sofortmaßnahmen oder wir nennen es auch Skills, gibt es ganz viele, welches Skill für welche Person am besten funktioniert muss und sich anschauen, da empfehle ich einfach, DPT Skills zu googeln und sich das anzuschauen.
Aber einer der effektivsten und schnellsten und auch fast unter normalen Umständen überall anzuwendeten. Sofort Skills ist die Atmung.
Unter Stressatmen, wenn nämlich zuflach und vor allem in die Brust und aktivieren so den Teil unseres vegetativen Nervensystems, den Symbatikus, der uns auf Aktivität auf Leistung, auf Stress vorbereitet bis zu den Hochstressmodify-of-Light.
Dem können wir entgegenwirken oder gegen regulieren, indem wir die Bauch- oder Zwerchverladung aktivieren, die so den Parasympatikus, also den Teil des vegetativen Nervensystems aktiviert, der für die Entspannung zuständig ist.
Man sagt diesbezüge auch Rest and Digest, also Run und Verdauern.
Dadurch senken wir die Herzfrequenz, dem Blutruck und Wirkung entspannend auf die Skeletmuskulatur ein.
Die Bauchatmung funktioniert so, dass wir normal zügig über die Nase in den Bauch einatmen.
Dabei kann man die Hand auf den Bauch legen und spüren, wie sich die Bauchtäcke langsam hebt und senkt.
Als Aktiventeil, das ist wichtig, wird die Ausatmung verlangsamt. Es wird doppelt so lange ausgeatmet wie eingeatmet.
Hier kann man beispielsweise auch zusätzlich eine Atembremse heim bauen beim Ausatmen, also ein Schnur oder empfeifen durch die Zähne, um das zu machen als Aktiventeil.
Damit man dadurch noch langsam anatmet quasi.
Genau, bewusst dann noch langsam ausatmet. Nach dem vollständigen Ausatmen macht man eine kurze Pause und wiederhört die Zyklen.
Im Jahrfall macht man das drei Minuten lang. Nach zwei vollständigen Atenzyklen kann man aber beispielsweise über das Biofeedback schon eine Gegenregulation erkennen.
Also nach zwei Arten zu, das ist fertig.
und spätestens nach zwei Minuten, also so Atemzug 16 circa, ist es auch subjektiv spürbar,
dass man in die Entspannung kommt. Das heißt, man braucht hier nicht wirklich viel Zeit,
sondern das ist etwas, wofür man sagen wir mal zwei bis vielleicht fünf Minuten braucht,
um sich wirklich zu entspannen. Genau, ausgezeichnet. Wunderbar. Vielen Dank für dein Besuch,
lieber Severin. Vielen Dank, Ante. Und wenn du merkst, dass Stress bei dir mehr ist als nur eine
volle Woche, auf losleben Stories, findest du den Artikel Stress erkennen, Burnout vermeiden,
mit konkreten Einordnungen und ersten Schritten. Den Link dazu und zu den in der Podcastfolge
besprochenen Angeboten gibt es in den Showdowns. Wenn euch der Podcast hilft, abonniert uns überall da,
wo es Podcasts gibt.
Podcast Summary
Key Points:
Die Grenze zwischen übermäßiger Belastung und echtem Burnout liegt bei chronischem, unbewältigbaren Stress, der die Regenerationsfähigkeit des Organismus auslöst.
Burnout entsteht, wenn Menschen sich dauerhaft in einem „roten Bereich“ von Stress befinden, ähnlich wie ein Auto, das langfristig in den Überlastzustand fährt.
Die ständige Erreichbarkeit und „Always On“-Kultur, besonders im Homeoffice, erhöhen den chronischen Stress und fördern die Entkoppelung von Beruf und Privatleben.
Persönlichkeiten wie Perfektionisten sind anfälliger für Burnout, da sie auf kontinuierliche Leistung und Kontrolle setzen.
Aufmerksame Selbstfürsorge, digitale Resilienz und gesunde Grenzen sind entscheidend, um Stress zu meistern und Burnout zu vermeiden.
Bewegung und Sport wirken wie eine natürliche Medizin
Die Bauchatmung ist eine einfache, sofort einsetzbare Methode, um den vegetativen Nervensystem zu regulieren und Entspannung zu fördern.
Präventive Maßnahmen wie Mindfulness-Kurse oder Atmungsübungen können bereits in frühen Stressphasen wirksam sein.
Summary:
Burnout entsteht nicht durch kurzfristige Stresssituationen, sondern durch chronisch hohe Belastung, die die Regenerationsfähigkeit des Körpers überlastet. Im Gegensatz zu kurzfristigem Stress, der bewältigt werden kann, führt ein dauerhafter, ungesteuertes Stressniveau zu einer pathologischen Entspannung und emotionaler Erschöpfung. Der Podcast erklärt, dass die „Always On“-Kultur – insbesondere durch ständige Erreichbarkeit im Homeoffice – einen entscheidenden Beitrag zum chronischen Stress leistet.
Persönlichkeitseigenschaften wie Perfektionismus erhöhen das Risiko. Wichtige Schutzfaktoren sind gesunde Grenzen, digitale Resilienz und bewusste Selbstfürsorge. Bewegung und Sport werden als wirksame, medizinisch nachgewiesene Unterstützung für psychische Gesundheit dargestellt.
Besonders effektiv ist die Bauchatmung als sofortige, allgemein anwendbare Technik zur Reduktion der Herzfrequenz und Entspannung. Präventive Maßnahmen wie Mindfulness-Trainings oder Stressbewältigungskurse werden empfohlen, um Burnout vorzubeugen. Der Podcast rät, bereits bei frühen Stresszeichen auf konkrete Maßnahmen zu reagieren und Therapie bei Anzeichen von Burnout zu suchen.
Die wichtigsten Hinweise zur Erkennung und Vermeidung von Burnout werden im Abschlussartikel „Stress erkennen, Burnout vermeiden“ detailliert erklärt.
FAQs
Ein Burnout entsteht, wenn chronisch hohe Belastungen das Gehirn und den Körper überfordern und die Regenerationsfähigkeit verloren geht. Der Stress bleibt dauerhaft erhöht, und der Körper reagiert mit einer krankhaften Entspannung als Schutzmechanismus.
Bei viel zu tun kann der Stress nach einer Zeit bewältigt und abgeklungen werden. Bei Burnout bleibt der Stress dauerhaft, und es gibt keine genügende Regenerationsmöglichkeit, wodurch die Belastung langfristig schädlich wird.
Ja, Menschen mit Perfektionistentendenzen oder in einer ständigen 'Always On'-Kultur sind anfälliger, da sie ständig erreichbar und erwartungsgemäß reagieren müssen.
Man kann durch einen klaren Heimweg oder eine bewusste Abgrenzung des Arbeitszeitraums die Trennung zwischen Beruf und Privatleben stärken und so Stress vermeiden.
Die Bauchatmung ist eine effektive Sofortmaßnahme: Durch bewusste, langsame Atemzüge wird der Parasympathikus aktiviert und die Herzfrequenz sinkt schnell.
Ja, Stressbewältigungskurse, Achtsamkeitsprogramme wie MBSR oder Bewegung sind vorbeugend wirksam und stärken die psychische Resilienz.
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